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BASF will Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft messen

Mit AgBalance hat der Chemiekonzern BASF ein Verfahren entwickelt um Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion zu analysieren. „Ziel ist die Entwicklung integrierter Lösungen für eine gesteigerte Produktivität und Rentabilität auf der einen Seite sowie besserer Umweltverträglichkeit auf der anderen Seite“, erklärte BASF Vorstandsmitglied Dr. Stefan Marcinowski. AgBalance führt vergleichende Lebenszyklusanalysen unter Berücksichtigung ökonomischer, ökolgischer und gesellschaftlicher Faktoren durch.

Ludwigshafen > Mit AgBalance hat der Chemiekonzern BASF ein Verfahren entwickelt um Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion zu analysieren. Damit versucht der Konzern sein Pflanzenschutzgeschäft auf eine integrierte Lösung für Landwirte auszurichten. Die Methode bezieht ganzheitlich ökologische, wirtschaftliche und soziale Kriterien entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Produktion bis zum Verkauf – ein. „Unser neuer Ansatz beschäftigt sich mit den komplexe Herausforderungen von Landwirten. Ziel ist die Entwicklung integrierter Lösungen für eine gesteigerte Produktivität und Rentabilität auf der einen Seite sowie besserer Umweltverträglichkeit auf der anderen Seite“, erklärte BASF Vorstandsmitglied Dr. Stefan Marcinowski. Nach Angaben des Unternehmens sollen mit AgBalance die unterschiedlichen Sichtweisen und Bedürfnisse aufgenommen und im Interesse einer nachhaltigen Landwirtschaft verknüpft werden. Dazu werden 69 Indikatoren aus mehr als 200 Messgrößen berechnet und zu Ergebnissen in 16 Kategorien verdichtet, dazu gehören beispielsweise Biodiversität, Landnutzung, Ressourcenverbrauch, Verbraucheraspekte und Kostenaspekte. Damit lassen sich dann Lösungen für unterschiedliche Szenarien berechnen, mit denen sich Nachhaltigkeit in landwirtschaftlichen Systemen verbessern lässt.

AgBalance ist ein Baustein um die Umsatzziele zu erreichen und um mit zusätzlichen Serviceangeboten die Landwirte stärker ans Unternehmen zu binden. Für den Unternehmensbereich Pflanzenschutz erwartet BASF weiter steigende Umsätze und peilt für das Jahr 2020 rund 6 Milliarden Euro an. Um den marktfähigen Ertrag und die landwirtschaftliche Nachhaltigkeit weiter zu verbessern, schaut BASF auch über die Grenzen üblicher Pflanzenschutzprodukte und -methoden hinaus. Dazu gehört auch die Entwicklung ertragssteigender Pflanzeneigenschaften. Erst vor kurzem ist BASF in die öffentliche Kritik geraten als sie die Zulassung für die gentechnisch veränderte Kartoffel  Fortuna beantragte. Bei der BASF hielt man den Kritikern Nachhaltigkeitsargumente entgegen. So soll die Kartoffel, die teilweise hohen Ernteausfälle durch Knollenfäule eindämmen und dadurch den Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln erheblich reduzieren. Umwelt- und Naturschutzorganisationen verweisen dagegen auf die ablehnende Haltung der Verbraucher vor genmanipulierten Lebensmitteln.

Wie Landwirte und Verbraucher die Zukunft der Landwirtschaft bewerten, hat die BASF in einer Studie ermittelt. Befragt wurden 1.800 Landwirte und 6.000 Verbraucher in Brasilien, Indien, den USA, Deutschland, Spanien und Frankreich. Die Studie zeigt, dass sowohl Landwirte als auch Verbraucher die Landwirtschaft als Berufung ansehen, bei der es um die Erzeugung von Nahrungsmitteln, die Erhaltung einer ländlichen Kultur und die Pflege der Landschaft geht. Ungefähr 80 Prozent aller Befragten sehen die Ernährung der Weltbevölkerung als Hauptaufgabe der Landwirtschaft. Wichtig sind den Verbrauchern vor allem die Nahrungsmittelsicherheit und der Umweltschutz. Die Bereitschaft dafür auch höhere Preise zu zahlen wird von den Landwirten überwiegend angezweifelt. Zu Recht wie die Ergebnisse der Verbraucher zeigen, ein gutes Drittel ist bereit mehr Geld auszugeben, die überwiegende Mehrheit lehnt dies jedoch ab. Marcinowski bei der Vorstellung der Studie: „Viele Landwirte nehmen die Bedenken der Verbraucher sehr ernst und tun ihr Bestes, um diesen zu entsprechen. Für uns ist dies ein sehr wichtiges Ergebnis. Es zeigt sehr klar, wo wir den Landwirten mit nachhaltigen Produkten und Lösungen helfen können, um hier eine Lücke zu schließen“.

Neben dem BASF Verfahren AgBalance gibt es noch weitere Methoden zur Messung und Bewertung von Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft.:

RISE – Response Indulin Sustainability Evaluation

Eine maßnahmenorientierte Nachhaltigkeitsanalyse der Schweizer Hochschule für Landwirtschaft. RISE versteht sich als Schwachstellenanalyse zur Unterstützung landwirtschaftlicher Betriebsleiter.

KSNL – Kriteriensystem nachhaltige Landwirtschaft

Eine Schwachstellenanalyse von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft entwickelt. Primäres Einsatzfeld ist die einzelbetriebliche Beratung anhand der Nachhaltigkeitskriterien, Ökologie, Ökonomie und Soziales. Umfangreiche Erfahrung in allen Dimensionen bestehen hauptsächlich im Bundesland Thüringen.

DLG-Zertifizierungssystem „Nachhaltige Landwirtschaft“

Das Zertifizierungssystem wird von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft durchgeführt. Das Zertifikat wird verliehen, wenn der Betrieb die Zielwerte der Nachhaltigkeitsindikatoren erreicht.

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