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Zunehmende Antibiotikaresistenz ruft Besorgnis in Brüssel hervor

Brüssel > Die zunehmende Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika ist nach Ansicht der EU-Kommission „zu einem ernst zu nehmenden Gesundheitsproblem“ in Europa geworden. „Wir müssen rasch und entschlossen handeln, wenn wir nicht die Möglichkeit verlieren wollen, bakterielle Infektionen bei Mensch und Tier mit Antibiotika zu behandeln“, warnte der für Gesundheit und Verbraucherpolitik zuständige EU-Kommissar John Dalli am Donnerstag in Brüssel. Demnach sterben in der EU jährlich rund 25.000 Menschen an Infektionen, weil die Antibiotika nichts gegen resistente Bakterien ausrichten konnten.

Anlässlich des Europäischen Tags der Sensibilisierung für Antibiotikaresistenz am Freitag rief die Brüsseler Behörde Mitgliedstaaten, Beschäftigte des Gesundheitswesens, Industrie und Landwirte auf, gemeinsam das Problem zu bekämpfen. Investitionen in die Forschung sollen etwa helfen, die nächste Antibiotikageneration sowie Alternativen zu diesen Medikamenten zu entwickeln. Zudem sollen Antibiotika zur Behandlung von Menschen und Tier angemessen eingesetzt werden.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) begrüßte die Initiative. „Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um europaweit eine weitere Beschränkung der Anwendung von Antibiotika im Tierbereich durchzusetzen“, teilte sie in Berlin mit. Zu Wochenbeginn hatte in Deutschland eine Studie für Aufsehen gesorgt, nach der fast alle Hähnchen aus deutschen Mastbetrieben Antibiotika als Wachstums- oder Gesundheitsdoping erhalten.