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Noch ein weiter Weg bis zum Ökosiegel für Krabben

Hamburg > Die Krabbenfischer an der Nordsee freuen sich derzeit über Rekordfänge. Die Bestände wuchsen in den vergangenen 40 Jahren um über 50 Prozent, wie der Verband der Deutschen Kutter- und Küstenfischer am Freitag in Hamburg mitteilte. Demnach schaffen selbst kleine Krabben-Kutter nun Wochenfänge von um die fünf Tonnen. Der Verband beantragte wegen der Bestandserholung nun eine Öko-Zertifizierung nach dem MSC-Standard für die Krabben. Doch das hat nach Ansicht der Umweltschutzorganisation WWF derzeit keine Aussicht auf Erfolg, weil vor allem im Nationalpark gefischt wird.

WWF-Sprecherin Britta König verwies zur Begründung darauf, dass wegen der verwendeten Fanggeräte der Krabbenfischer weiterhin zu viele Jungfische wie Baby-Schollen unnötig stürben. Zudem finde ein Großteil der Krabbenfischerei in der höchsten Schutzzone des Nationalparks in der Nordsee statt. „Aus Naturschutzsicht sollte sich die Krabbenfischerei stärker auf die Seeseite der Inseln verlegen, statt im geschützten Wattenmeer zu fischen“. Das sei neben „selektiverer Fangtechnik“ die entscheidende Voraussetzung für eine Öko-Zertifizierung, sagte König.

Der WWF empfiehlt umweltbewussten Verbraucher, statt Nordsee-Krabben besser Eismeer-Garnelen mit dem sogenannten MSC-Siegel zu konsumieren. Das Siegel zeigt einen stilisierten Fisch in weiß auf blauem Untergrund.

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