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Verbände rufen nach Warnungen vor Extremwetter zum Handeln auf

Deutsche Umwelt- und Entwicklungsverbände haben angesichts neuer Warnungen des Weltklimarats (IPCC) vor drohenden Extremwetterlagen die Regierenden zum Handeln aufgefordert. In dem IPCC-Sonderbericht warnen die Experten als Folge der Erderwärmung vor mehr Hitzewellen in Europa, zunehmender Dürre in Afrika und häufigeren und schweren Überflutungen aufgrund des ansteigenden Meeresspiegels.

Berlin > Deutsche Umwelt- und Entwicklungsverbände haben angesichts neuer Warnungen des Weltklimarats (IPCC) vor drohenden Extremwetterlagen die Regierenden zum Handeln aufgefordert. „Der Klimareport ist ein Weckruf für die Regierungen vor der UN-Klimakonferenz in Durban“ erklärte die Organisation Oxfam am Freitag in Berlin. In dem IPCC-Sonderbericht, der am Morgen im ugandischen Kampala vorgestellt wurde, warnen die Experten als Folge der Erderwärmung vor mehr Hitzewellen in Europa, zunehmender Dürre in Afrika und häufigeren und schweren Überflutungen aufgrund des ansteigenden Meeresspiegels.

Einige Gebiete der Erde dürften aufgrund der Klimaentwicklung unbewohnbar werden, warnen die Klimaexperten. Für die USA und die Karibik prognostizieren sie noch zerstörerischere Hurrikane. Wie stark sich Überschwemmungen und Dürre auswirkten, hänge auch von den Maßnahmen ab, die gegen solche extremen Wetterphänomene ergriffen würden, heißt es in dem Bericht weiter. Für Deutschland hatte der Klimaforscher Mojib Latif vor einigen Tagen bereits Temperaturen bis zu 50 Grad vorhergesagt.

„Der IPCC-Bericht unterstreicht die Dringlichkeit des Handelns in der Klimapolitik“, erklärte Manfred Treber von der Organisation Germanwatch mit Blick auf die Ende November beginnende UN-Konferenz im südafrikanischen Durban. Auf Gefahren für die Nahrungsmittelversorgung durch die befürchtete Wetterentwicklung wies der Klimaexperte von Brot für die Welt, Thomas Hirsch, hin. Thomas Kowalzig von Oxfam forderte die Bundesregierung zu festen finanziellen Zusagen für den geplanten globalen Klimafonds zugunsten von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern auf.

„Der neue Bericht der Klimaexperten öffnet einem die Augen für die Dimension des Klimawandels. Er zeigt, dass Wissenschaft und Politik die Auswirkungen von Wetterextremen und Naturkatastrophen unterschätzt haben“, erklärte der Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. Die Ergebnisse der Studie erhöhten den Druck auf die Regierenden, in Durban „endlich den politischen Durchbruch für ein ehrgeiziges Klimaabkommen zu schaffen“.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen und Forschungsministerin Annette Schavan (beide CDU) bekannten sich in einer gemeinsamen Stellungnahme mit Blick auf den IPCC-Sonderbericht dazu, dass Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen sowie zur Anpassung an Klimafolgen verstärkt werden müssten. „Wir können nicht endlos emittieren, weil sonst die Natur zurückschlägt“, erklärte Röttgen in Berlin. Neben rechtlich verbindlichen Regeln für den Ausstoß von Treibhausgasen gehe es aber auch um „technologische Antworten“ auf die Erderwärmung.

Schavan hob die Bedeutung der Klimaforschung hervor. Diese sei „eine Voraussetzung für den Klimaschutz und die Fähigkeit der Gesellschaft, sich an nicht mehr zu vermeidende Veränderungen anzupassen“. Der nächste umfassende IPCC-Bericht soll 2014 veröffentlicht werden.