Nachrichten

Studie erwartet deutliche Energieeinsparung durch EU-Richtlinie

Berlin > Eine geplante EU-Richtlinie zur Energieeffizienz kann nach einer Studie im Auftrag der Grünen zu deutlichen Energieeinsparungen führen. Mit dem vorgesehenen Anreizsystem könne in Deutschland im Jahr 2020 eine Senkung des Endenergieverbrauchs in der Größenordnung des Verbrauchs von zehn Großstädten wie Köln erreicht werden, heißt es in der am Montag bekannt gewordenen Studie des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltforschung (Ifeu). Das entspricht demnach einem Drittel des im Energiekonzept der Bundesregierung vorgesehenen Einsparziels von 20 Prozent bei der Primärenergie.

Die Richtlinie sieht unter anderem vor, dass Energieversorger jährlich 1,5 Prozent Einsparungen nachweisen sollen. Über die Pläne soll am Donnerstag auf EU-Ebene beraten werden. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) lehnte bislang die verbindlichen Quoten-Regelungen ab.

Eine höhere Effizienz führt der Studie zufolge auch zu deutlichen Einsparungen bei den Kosten. „Wirtschaft und Verbraucher mindern ihre Energierechnung durch das Anreizsystem im Jahr 2020 um rund 14 Milliarden Euro“, zeigten sich die Ifeu-Forscher überzeugt. In den folgenden Jahren wirke dieser Einspareffekt fort.

Die Grünen kritisierten Rösler scharf für seine ablehnende Haltung. Ausgerechnet der Wirtschaftsminister stelle sich gegen die Entstehung neuer Märkte, erklärte die Energieexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Ingrid Nestle. Rösler fördere „lieber die Ölscheichs als die deutsche Wirtschaft.“