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Wuppertaler Institut veröffentlicht Ressourceneffizienzatlas

Nach den Plänen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen soll Deutschland Weltmeister im effizienten Umgang mit natürlichen Ressourcen werden. „Ich halte Ressourceneffizienz für eine Schlüsselkompetenz zukunftsfähiger Gesellschaften und gleichzeitig für einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil“, so Röttgen. Mit welchem Erfolg Ressourceneffizienz durch Technologien und Produkte gesteigert werden kann illustriert der Ressourceneffizienzatlas, den das Wuppertaler Institut jetzt veröffentlichte.

Wuppertal > Nach den Plänen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen soll Deutschland Weltmeister im effizienten Umgang mit natürlichen Ressourcen werden. „Ich halte Ressourceneffizienz für eine Schlüsselkompetenz zukunftsfähiger Gesellschaften und gleichzeitig für einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil“, so Röttgen. Mit welchem Erfolg Ressourceneffizienz durch Technologien und Produkte gesteigert werden kann illustriert der Ressourceneffizienzatlas, den das Wuppertaler Institut jetzt veröffentlichte.

Die zunehmende Bedeutung ressourcenschonender Technologien ist inzwischen unbestritten, die Autoren des Ressourceneffizienzatlas sehen darin sogar die zentrale Aufgabe des 21. Jahrhunderts. Stark steigende Rohstoffpreise und eine Rohstoffverknappung zwingen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Blick über den Tellerrand. Neuen Technologien kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, sei es durch Effizienzverbesserung bestehender Technologien oder durch Entwicklung neuer Funktionalitäten. Mit dem Ressourceneffizienzatlas stellt das Wuppertal Institut 21 ausgewählte Beispiele aus unterschiedlichen Anwendungsfeldern und Regionen vor, 90 weitere Beispiele werden in einer Onlinedatenbank veröffentlicht (noch in Bearbeitung).

Die Ressourcenintensität der Wirtschaft unterscheidet sich in einzelnen Ländern deutlich. So sind beispielsweise die ressourcenintensivsten Sektoren Deutschlands die Bauindustrie, die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, die Herstellung von Metallen und Metallhalbzeugen, der Energiesektor und der Fahrzeugbau. Die Betrachtung des Ressourcenverbrauchs nach Bedürfnisfeldern offenbart, dass in Industriegesellschaften insbesondere für „Wohnen“ und „Ernährung“ viele Ressourcen genutzt werden. Die Einsparpotenziale durch optimierten Ressourceneinsatz sind gewaltig und können in einzelnen Industriebereichen zweistellige Prozentwerte erreichen. So machen beispielsweise im verarbeitenden Gewerbe die Materialkosten rund 47,5 Prozent der Bruttoproduktionskosten aus, eine Reduzierung des Materialverbrauchs verspricht daher erhebliche Kosteneinsparpotenziale. In der Praxis hemmen jedoch unterschiedliche Faktoren den optimalen Ressourceneinsatz, beispielsweise fehlendes Wissen über neue Materialien und Produktionsprozesse oder auch eine starke Zurückhaltung gegenüber Änderungen der bestehenden Produktionsprozesse.

Die im Ressourceneffizienzatlas dargestellten Beispiels stammen aus den unterschiedlichsten Industriebereichen und Anwendungsgebieten. Zum Beispiel sogenannte „Hightech-Teebeutel“ zur Wasseraufbereitung, mit denen Verunreinigungen im Wasser beseitigt werden können. Entwickelt wurde dieses System, das ähnlich wie ein Teebeutel funktioniert, an der südafrikanischen Stellenbosch Universität. Ein anderes Beispiel sind Hightech-Stähle, die durch neu entwickelte Bandgießtechnologien hergestellt werden. Sie verfügen über wesentlich verbesserte Verformungs- und Festigkeitseigenschaften, sparen aber gleichzeitig Material und vor allem Energie und in der Folge auch Emissionen ein. Mit dem „grünen Zement“ hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ein hydraulisches Bindemittel entwickelt, bei dessen Herstellung 50 Prozent weniger Kohlendioxid-Emissionen anfallen. Anwendungen gibt es allerdings auch für den Hausgebrauch. Britische Forscher haben eine Waschmaschine entwickelt, die mit einem Becher Wasser und wiederverwendbaren Kügelchen die dreckige Wäsche reinigt. Der Atlas enthält noch einige weitere Beispiele für ressourcenschonende Technologien, bewertet diese und zeigt auch Potenziale, Hemmnisse und Risiken auf. Der Ressourceneffizienzatlas kann beim Wuppertaler Institut bezogen werden, steht aber auch zum kostenlosen Download bereit.

Weitere Informationen zum Thema:

Entwurf des Bundesministeriums für Umwelt für ein Nationales Ressourceneffizienzprogramm.

– Informationskampagne „Wettbewerbsvorteil Ressourceneffizienz“ des VDI ZRE mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums. Die Kampagne richtet sich vor allem an kleinere und mittlere Unternehmen.

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