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Klimaschutz-Konferenz in Durban: immenser Handlungsdruck

Berlin > Vor dem Beginn der UN-Klimakonferenz am Montag in Durban hat der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer die Dringlichkeit des Handelns hervorgehoben. „Der Handlungsdruck ist immens, da das Fenster für die Erreichung des Zwei-Grad-Ziels immer kleiner wird“, erklärte der frühere CDU-Politiker und heutige Vizepräsident der Deutschen Welthungerhilfe am Freitag in Bonn. Er verwies auch darauf, dass die wegen der Erderwärmung erwarteten Klimaextreme „zunehmend Armut und Hunger verschärfen“. Besonders gefährdete Länder müssten daher besser vor den Folgen der weltweiten Erwärmung geschützt werden.

Als Mindestanforderung an die Konferenz in Durban nannte die Welthungerhilfe, dass der im Grundsatz bereits beschlossene Green Climate Fund (GCF) eingerichtet wird. Der Fonds, in den ab 2020 jährlich 100 Milliarden Euro fließen sollen, soll Entwicklungsländer bei Klimaschutz und Anpassung an Klimafolgen unterstützen. Von einem wirklichen Fortschritt könnte in Durban laut Welthungerhilfe aber nur gesprochen werden, wenn es zudem Fortschritte bei der Reduzierung von Treibhausgasen und ein klares Mandat für ein globales, verbindliches Klimaschutzabkommen gebe.

„Knackpunkte sind die Einigung auf eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls sowie eine Verständigung darauf, wie ein rechtlich verbindliches Abkommen mit differenzierten Verpflichtungen für alle Länder bis spätestens 2015 verhandelt werden kann“, erklärte der politische Geschäftsführer von Germanwatch, Christoph Bals. Auch er nannte als weitere wichtige Herausforderung in Durban die Finanzierung geplanter Kooperationen im Klima- und Regenwaldschutz sowie der Klimaanpassung durch den Green Climate Fund.

Vertreter von mehr als 190 Staaten beraten ab Montag zwei Wochen lang im südafrikanischen Durban über den Schutz des Weltklimas. Vor einem Jahr hatte sich die Staatengemeinschaft auf das Ziel verpflichtet, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Hinreichende Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen, wurden bislang aber nicht beschlossen. Die erste Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls läuft Ende 2012 aus.

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