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Klimaforscher dämpft Hoffnungen auf Durchbruch bei UN-Klimakonferenz

Durban > Der deutsche Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber hat zum Auftakt der UN-Klimakonferenz in Durban vor zu hohen Erwartungen gewarnt. „Nüchtern betrachtet wird Durban der Versuch sein, die globale Klimagemeinschaft zusammenzuhalten, einen Zusammenbruch der Klimadiplomatie zu vermeiden“, sagte der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagsausgabe). Denkbar sei allerdings im ungünstigsten Fall auch, dass der Verhandlungsprozess als solches verloren gehe.

Schellnhuber warnte eindringlich davor, die Folgen der Erderwärmung zu unterschätzen. „Die Zeichen an der Wand werden immer deutlicher“, sagte er. Der Staatengemeinschaft bleibe nur noch wenige Jahre Zeit, umzusteuern. So müsse bis spätestens 2020 der Scheitelpunkt der globalen Treibhausgasemissionen erreicht werden, forderte Schellnhuber. „2020 könnte so gerade noch, total auf Kante genäht, funktionieren.“

Vertreter von 183 Ländern wollen bis zum 9. Dezember in Durban über Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels ebenso wie zur Milderung seiner Folgen beraten. Insbesondere soll es bei den zwölftägigen Verhandlungen um ein weltweites verpflichtendes Klimaschutzabkommen gehen.

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