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Klimaerwärmung in vergangenen 15 Jahren stärker als je zuvor

Die Erdatmosphäre hat sich nach UN-Angaben in den vergangenen 15 Jahren so stark erwärmt wie nie zuvor. Seit 1997 seien die 13 wärmsten Jahre seit Beginn der weltweiten Wetteraufzeichnungen im Jahr 1850 registriert worden, teilte die UN-Wetterorganisation (WMO) im südafrikanischen Durban mit. Dort nehmen derzeit Vertreter von mehr als 190 Staaten an einer Klimakonferenz der Vereinten Nationen teil.

Durban > Die Erdatmosphäre hat sich nach UN-Angaben in den vergangenen 15 Jahren so stark erwärmt wie nie zuvor. Seit 1997 seien die 13 wärmsten Jahre seit Beginn der weltweiten Wetteraufzeichnungen im Jahr 1850 registriert worden, teilte die UN-Wetterorganisation (WMO) am Dienstag im südafrikanischen Durban mit. Dort nehmen derzeit Vertreter von mehr als 190 Staaten an einer Klimakonferenz der Vereinten Nationen teil.

Im vergangenen Jahrzehnt lag die durchschnittliche Temperatur demnach weltweit um 0,46 Grad Celsius höher als im langfristigen Mittel. Während im Jahr 2010 ein absoluter Temperaturrekord gemessen worden sei, sei 2011 bislang das zehntheißeste Jahr seit Beginn der Messungen, erklärte die WMO. Das Packeis in der Arktis habe zuletzt die geringste jemals gemessene Ausdehnung aufgewiesen. Die Angaben zeigten, „dass sich das Weltklima erwärmt und dass diese Erwärmung auf menschliches Handeln zurückzuführen ist“, erklärte WMO-Chef Michel Jarraud.

Nach Einschätzung der Organisation Germanwatch erhöht der Klimawandel das Risiko schwerer Wetterextreme. Im vergangenen Jahr waren nach dem am Rande der UN-Klimakonferenz in Durban veröffentlichten Klima-Risiko-Index besonders Pakistan, Guatemala, Kolumbien und Russland von extremen Wetterereignissen betroffen. Davon hätte es nach Einschätzung von Wissenschaftlern ohne den Klimawandel vor allem die Hitzewelle in Russland im Sommer 2010 mit etlichen Toten wahrscheinlich nicht gegeben, heißt es in der Studie.

Generell sind aber laut Germanwatch Entwicklungsländer stärker von zunehmenden Stürmen, Überschwemmungen und Hitzewellen betroffen als Industriestaaten. Insgesamt seien seit 1991 mehr als 710.000 Menschen direkt durch mehr als 14.000 Extremwetterereignisse ums Leben gekommen. Zugleich seien Schäden von etwa 2,3 Billionen US-Dollar (1,7 Billionen Euro) entstanden.

Im Langzeitvergleich für die Jahre 1991 bis 2010 war laut Germanwatch Bangladesch am stärksten von Wetterextremen betroffen, gefolgt von Birma und Honduras. Weil die Schäden durch den Klimawandel voraussichtlich weiter zunähmen, bräuchten die Entwicklungsländer weitere finanzielle und institutionelle Unterstützung.

Bei der bis zum 9. Dezember tagenden Klimakonferenz in Durban soll es um ein weltweites verpflichtendes Klimaschutzabkommen gehen. Doch große Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien sind nur zur Teilnahme bereit, wenn sich auch Industrieländer wie die USA zur Reduzierung ihrer Emissionen verpflichten. Washington sieht ein Abkommen skeptisch. Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) erklärte, gerade deshalb müsse Europa „entschlossen vorangehen“. Zugleich gelte, dass Klimaschutz nicht funktioniere, wenn er Menschen Entwicklungschancen nehme.

„Der Glaube an das unbegrenzte Wachstum der Wirtschaft und nationale Egoismen sind die Ursachen des absehbaren Scheiterns des Klimagipfels in Durban“, sagte der Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Hubert Weinzierl. Im Zweifelsfall bedeute die Wachstumsideologie mehr als die Verantwortung für die Menschheit, deren ärmster Teil bereits dem Klimawandel zum Opfer falle.

Artur Runge-Metzger, Chefunterhändler der EU-Kommission auf der UN-Klimakonferenz in Durban, mahnte, die Verhandlungen um ein neues Klimaschutzabkommen schnell voranzutreiben. In zwei bis fünf Jahren müssten substanzielle Fortschritte erreicht werden, sagte er im Deutschlandfunk.

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