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Energieeffizienz: Leitfaden für Betriebsräte

Die Energiewende ist eines der zentralen Themen in diesem Jahr und bedeutet mehr als nur Atomausstieg und neue Windkrafträder, die Herausforderung heißt Energieeffizienz. Mit welchen Maßnahmen Betriebsräte und Mitarbeiter die Energieeffizienz ihres Unternehmens steigern können, soll ein neuer Leitfaden des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) zeigen.

Berlin >  Die Energiewende ist eines der zentralen Themen in diesem Jahr und bedeutet mehr als nur Atomausstieg und neue Windkrafträder, die Herausforderung heißt Energieeffizienz. Mit welchen Maßnahmen Betriebsräte und Mitarbeiter die Energieeffizienz ihres Unternehmens steigern können, soll ein neuer Leitfaden des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) zeigen.

„Energieeffizienz ist eine Schlüsselfrage für die zukünftige Energieversorgung“, so die IÖW-Energieexpertin Julika Weiß. „Mit knapp einem Drittel des Energieverbrauchs in Deutschland kommt Unternehmen hier eine zentrale Rolle zu“. In ihrem Energiekonzept hat die Bundesregierung die Erhöhung der Energieeffizienz zur Schlüsselfrage erklärt und alleine für die Industrie ein Sparpotenzial von zehn Milliarden Euro pro Jahr errechnet. Dabei ist Energieeffizienz in Unternehmen nicht nur ein Thema für Ingenieure oder Manager. Unternehmen, die aktiv ihre Mitarbeiter mit einbeziehen, können davon deutlich profitieren und gleichzeitig oft die Situation ihrer Beschäftigten verbessern. Wie das geht, hat das IÖW in einem Leitfaden für Betriebsräte und Beschäftigte dargestellt. Im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung untersuchten die Experten des IÖW anhand der drei Branchen Chemieindustrie, Maschinenbau und Transport & Logistik, wie Energieeffizienz in der Praxis auf die Beschäftigungssituation von Unternehmen wirkt. Der Leitfaden zeigt Möglichkeiten auf, mit welchen Maßnahmen Betriebsräte und Beschäftigte in Unternehmen aktiv werden können, etwa durch Betriebsvereinbarungen, Weiterbildung oder der Mitarbeit an einer Unternehmensstrategie. Darüber hinaus wird aufgezeigt, wo Potenziale schlummern und welche Maßnahmen erfolgsversprechend sind. Denn ein Fazit der Studie ist, werden Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz erfolgreich umgesetzt, nützt das den Unternehmen gleich mehrfach: Kosten können reduziert, Wettbewerbsfähigkeit erhalten und die Beschäftigung gesichert werden. Aber auch Hemmnisse werden beleuchtet, beispielsweise fehlende personelle Ressourcen gerade in kleineren und mittleren Betrieben. Außerdem zeigt sich, dass wirkungsvolle Maßnahmen häufig eine hohe Anfangsinvestition voraussetzen. Auch wenn sich diese schnell amortisiert, stellt sie für manche Betriebe erstmal eine deutliche Hürde dar. Neben harten Fakten spielt aber auch die Unternehmenskultur oftmals eine entscheidende Rolle, manche Unternehmen scheuen die Veränderung und halten lieber an bestehenden Strukturen fest.

Der Leitfaden führt klar verständlich in das Thema ein und zeigt auch funktionierende Beispiele aus der unternehmerischen Praxis auf. Ein Serviceteil gibt einen Überblick über aktuelle Fördermöglichkeiten, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen sowie Kontakte und weitere Informationsmöglichkeiten. Der Leitfaden kann kostenfrei beim IÖW bezogen werden, steht aber auch zum Download zur Verfügung.

Erst vor wenigen Tagen wurden einige Unternehmen mit dem diesjährigen Effizienzpreis der Deutschen Energieagentur DENA ausgezeichnet. „Die diesjährigen Preisträger zeigen eindrucksvoll, welche Einsparpotenziale Unternehmen durch die Steigerung von Energieeffizienz erzielen können. Sie leisten auf diese Weise nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, sondern können durch die erzielten Kostensenkungen auch ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich stärken“, so Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäfts­führung. Zu den Preisträgern gehört auch SCA Hygiene Products, das Unternehmen hat konsequent die eigenen Mitarbeiter in die Planungen mit einbezogen. Insgesamt spart das Unternehmen durch die umgesetzten Energieeffizienzmaßnahmen pro Jahr rund 220 Millionen Kilowattstunden Energie und damit Kosten in Höhe von ca. 9 Millionen Euro ein.