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BMW und Toyota vereinbaren Zusammenarbeit

Der Münchner Autobauer BMW und sein japanischer Konkurrent Toyota wollen bei umweltfreundlichen Antrieben enger zusammenarbeiten. Beide Unternehmen unterzeichneten am Donnerstag in Tokio eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Forschung an Lithium-Ionen-Batterien für Elektro-Autos, wie die Konzerne mitteilten. Ab 2014 soll BMW seinen Wettbewerber außerdem mit Dieselmotoren versorgen.

Tokio/München > Der Münchner Autobauer BMW und sein japanischer Konkurrent Toyota wollen bei umweltfreundlichen Antrieben enger zusammenarbeiten. Beide Unternehmen unterzeichneten am Donnerstag in Tokio eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Forschung an Lithium-Ionen-Batterien für Elektro-Autos, wie die Konzerne mitteilten. Ab 2014 soll BMW seinen Wettbewerber außerdem mit Dieselmotoren versorgen.

Die Autobauer planen den Angaben zufolge eine mittel- bis langfristige Zusammenarbeit. Seit April hätten die Unternehmen an entsprechenden Verträgen getüftelt, erklärte der Europachef von Toyota, Didier Leroy. Am Rande der Tokyo Motor Show machten sie Pläne nun öffentlich.

Demnach soll BMW ab 2014 1,6-Liter- und 2,0-Liter-Dieselmotoren an die europäische Toyota-Tochter, Toyota Motor Europe (TME), liefern. Toyota wolle damit sein Angebot und den Absatz an verbrauchsarmen Autos mit geringem Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) erhöhen, teilten die Konzerne mit. Offen ließen sie dabei noch, in welchen Modellen die BMW-Maschinen verbaut werden sollen.

Neben der Lieferung fertiger Motoren vereinbarten die Konzerne außerdem eine gemeinsame Grundlagenforschung in Sachen Elektromobilität. Demnach sollen die Ingenieure von BMW und Toyota zusammen an Lithium-Ionen-Batterien der nächsten Generation arbeiten. Weitere gemeinsame Projekte könnten folgen.

Mit der Allianz wollen die Unternehmen von der Kompetenz des jeweils anderen profitieren. Die Münchner sind mit 1,1 Millionen verkaufter Autos der Marke BMW in den ersten zehn Monaten 2011 einer der Marktführer im Segment der Premium-Fahrzeuge. Toyota gilt als Pionier bei alternativen Antriebssystemen. Das japanische Unternehmen war 1997 der erste große Autohersteller, der mit seinem Prius die Hybrid-Technik auf den Massenmarkt brachte. Beim Hybridantrieb fahren die Autos sowohl mit Benzin als auch mit Strom, was die Kraftstoffkosten und den Kohlendioxidausstoß vermindert.

Beide Unternehmen hätten “Maßstäbe in sich ergänzenden Feldern gesetzt”, erklärte BMW-Marketingvorstand Ian Robertson. “Toyota hat eine Fülle an Erfahrung in Sachen Batterie-Technologie zu bieten. Und die BMW-Gruppe ist seit langem in der vordersten Reihe bei der Entwicklung der fortschrittlichsten, sauberen Diesel-Maschinen, die es auf dem Markt gibt.”

Für sein Unternehmen sei die Zusammenarbeit mit dem deutschen Autobauer “eine große Freude”, erklärte Toyota-Chef Akio Toyoda. Mit der Kooperation wollten die Konzerne nicht weniger als “die Entwicklung der Automobilindustrie und der Gesellschaft vorantreiben”.

Für BMW ist es die erste Partnerschaft mit einem japanischen Unternehmen – allerdings nicht die erste Allianz mit einem Wettbewerber. Ende Oktober nahm ein gemeinsames Tochterunternehmen von BMW mit dem französische Konzern PSA Peugeot Citroën offiziell seine Arbeit auf. Dort sollen ab 2015 die ersten Komponenten für Hybridantriebe in Serie entstehen.