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Beruflich zufriedene Eltern vermitteln Kinder am meisten Vertrauen

Eltern, die Geld verdienen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, vermitteln ihren Kindern am ehesten das Vertrauen, die Zukunft zu meistern. Zu diesem Ergebnis kommt der UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland. Laut UNICEF wachsen 14 Prozent der Kinder in Deutschland in “relativer Armut” auf.

Berlin > Eltern, die Geld verdienen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, vermitteln ihren Kindern am ehesten das Vertrauen, die Zukunft zu meistern. Zu diesem Ergebnis kommt der UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland, der am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. Laut UNICEF wachsen 14 Prozent der Kinder in Deutschland in “relativer Armut” auf. Das UN-Kinderhilfswerk forderte die Politik auf, die materiellen Bedingungen von Kindern “differenziert zu betrachten und umfassend zu verbessern”.

“Für die Selbstachtung und das Selbstvertrauen der Kinder ist es von zentraler Bedeutung, dass ihre Eltern den Lebensunterhalt selbst bestreiten können”, erklärte Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF-Deutschland. Er betonte, dass eine gute Förderung in Kindertagesstätten und Schulen Defizite aufgrund mangelnder Teilhabe der Eltern nur begrenzt ausgleichen könne.

Für die Studie wertete UNICEF bestehende Untersuchungen aus, darunter den Mikrozensus 2008 und die Pisa-Studie. Dabei lag der Fokus unter anderem auf dem materiellen Wohlbefinden, Gesundheit und Sicherheit, Bildung und Ausbildung sowie dem subjektive Wohlbefinden. UNICEF ermittelte dabei “deutliche Unterschiede innerhalb Deutschlands”. Diese seien teilweise größer als zwischen einzelnen OECD-Staaten.

Hinsichtlich des kindlichen Wohlbefindens sind die vier südwestdeutschen Länder Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und das Saarland offensichtlich besonders lebenswerte Regionen, hieß es in der Zusammenfassung der Studie. Demgegenüber liegen Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Sachsen-Anhalt und Bremen beim materiellen Wohlbefinden im unteren Drittel.

Die meisten Kinder sagen laut dem UNICEF-Bericht, dass sie sich subjektiv gut fühlen. Je nach Bundesland schätzen jedoch zwischen 11 und 17 Prozent der Kinder ihr schulisches Wohlbefinden als schlecht ein. Als negative Einflüsse auf das Wohlbefinden nennt UNICEF zum Beispiel hohe Arbeitslosigkeit, einen Mangel an Ausbildungsplätzen sowie ein unfriedliches Schulklima. Auch ein hoher Anteil an Armut und an Alleinerziehenden werden als einschränkend empfunden.

Um die Situation von Kindern in Deutschland zu verbessern, empfehlen die Autoren der Politik, nicht nur auf Kinderbetreuung und Bildung zu schauen. “Ein politischer Ansatz, der allein auf Verbesserungen in Kindergarten und Schule setzt, greift zu kurz”, erklärte einer der Hauptautoren, Hans Bertram von der Berliner Humboldt-Universität. Eine gute Förderung der Kinder müsse Hand in Hand gehen mit einer Stärkung der Eltern, betonte auch UNICEF-Chef Heraeus “Die Bildungspolitik muss durch eine gezielte Arbeits- und Sozialpolitik ergänzt werden”, sagte er.

Laut UNICEF-Berechnungen wachsen 14 Prozent der Kinder in Deutschland in relativer Armut auf. Alleinerziehende Frauen mit kleinen Kindern seien weiter stark benachteiligt. Ihr Einkommen liege rund 40 Prozent niedriger als das aller anderen Familien.