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Behörde liegen 84 Anträge für neue deutsche Meeres-Windparks vor

Die Planungen für den Aufbau neuer deutscher Meeres-Windparks schreiten voran. Zusätzlich zu den bisher genehmigten 28 sogenannten Offshore-Windfarmen in Nord- und Ostsee lägen derzeit 84 weitere Anträge für Windparks vor, so das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mit. Nach Angaben des BSH-Sprechers ist für das Erreichen des Kapazitätsziels der Bundesregierung der Bau von rund 10.000 einzelnen Windturbinen nötig.

Berlin (afp) – Die Planungen für den Aufbau neuer deutscher Meeres-Windparks schreiten voran. Zusätzlich zu den bisher genehmigten 28 sogenannten Offshore-Windfarmen in Nord- und Ostsee lägen derzeit 84 weitere Anträge für Windparks vor, teilte das für die Genehmigung zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Mittwoch in Berlin bei seiner jährlichen Bilanz-Pressekonferenz mit. Nach den Angaben eines Sprechers sollen in den 84 beantragten Windfarmen in den Gebieten der zwei Meere 3600 einzelne Windturbinen entstehen, in den 28 bereits genehmigten sind es knapp über 2000.

Der Aufbau eines Netzes von küstenfernen Offshore-Windparks ist ein Pfeiler der Energiewende, die von der schwarz-gelben Bundesregierung in den vergangenen Jahren ausgerufen wurde. Der Ausbau erneuerbarer Energien soll den Ausstoß des Treibhausgases CO2 senken, das Land weniger abhängig von fossilen Brennstoffen wie Erdöl und Kohle machen und die im Zuge des Atomausstiegs bis zum Jahr 2022 vom Netz gehenden Atomkraftwerke zu ersetzen. Erneuerbare Energien sollen nach den Planungen bis 2020 insgesamt 35 Prozent des deutschen Stromverbrauchs decken, bis 2050 dann 80 Prozent.

Der für das BSH zuständige Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Klaus-Dieter Scheurle, bekräftigte am Mittwoch das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 Offshore-Windparks mit einer Stromerzeugungskapazität von 25 Gigawatt zu errichten. Damit könne die Jahresleistung von 20 Atomkraftwerken ersetzt werden, erklärte Scheurle laut Mitteilung bei der BSH-Bilanz-Pressekonferenz.

Nach Angaben des BSH-Sprechers ist für das Erreichen des Kapazitätsziels der Bundesregierung der Bau von rund 10.000 einzelnen Windturbinen nötig. Das entspräche in etwa noch einmal der gleichen Anzahl von Turbinen, wie sie in den bislang genehmigten oder beantragten Windparks im deutschen Teil von Nord- und Ostsee entstehen sollen. Die Projekte werden von großen Energiekonzernen, aber auch von Stadtwerkeverbünden und Finanzinvestoren realisiert. Bau und Betrieb eines Offshore-Windparks mitten auf dem Meer sind sehr teuer, die Projektkosten für eine größere Anlage erreichen schnell Größenordnungen von einer Milliarde Euro.

Von den 28 bislang genehmigten Windparks in der deutschen Nord- und Ostsee befinden sich die allermeisten noch in der Bau- oder Planungsphase. Strom ins Netz speisen bislang erst Windräder in drei deutschen Offshore-Parks ein – und zwar Turbinen in dem als Testfeld konzipierte Windpark „Alpha Ventus“ und im Windpark „Bard Offshore 1“ in der Nordsee sowie im Ostsee-Windpark Baltic 1.