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Umweltbundesamt kritisiert geplante Flugrouten für BER

Berlin (afp) – Das Umweltbundesamt (UBA) hält die geplanten Flugrouten für den neuen Berliner Großflughafen BER in mehreren Fällen für nicht angemessen. Die Flugrouten würden „der komplexen Besiedlungsstruktur in der Umgebung des Flughafens BER nur unzureichend gerecht“, hieß es in einem am Mittwoch im Internet veröffentlichten Gutachten des UBA. Als Beispiele nannte die Behörde die Gebiete rund um den Wannsee, den Müggelsee und den Bereich der Havelseen. Es schlug zum Beispiel vor, Flüge über den Wannsee zwischen sechs und 22 Uhr zu unterlassen.

Das Gutachten wurde einen Tag später als angekündigt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Verkehrsministerium betonte am Mittwoch, dass es dem UBA nicht, wie in einigen Medien behauptet, einen Maulkorb verpasst habe. „Wir haben lediglich mit dem UBA gesprochen, damit das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung zunächst Gelegenheit hatte, das Gutachten zu lesen und zu einer ersten fachlichen Bewertung zu kommen“, sagte ein Ministeriumssprecher.

Er kündigte an, dass das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung die endgültigen Routen am 30. Januar in der Fluglärmkommission vorstellen werde. „Der Prozess geht danach aber weiter“, sagte der Sprecher. Das Ministerium werde auch nach Beginn des Betriebs am 3. Juni dieses Jahres die Flugrouten des BER „weiter evaluieren“. Die geplanten Flugrouten hatten in den vergangenen Monaten immer wieder zu Protesten bei voraussichtlich von Fluglärm betroffenen Anwohnern geführt.