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Integration in Deutschland macht deutliche Fortschritte – Defizite bei Erwerbstätigkeit

Die Integration von Migranten macht in Deutschland Fortschritte, es bleiben aber noch teils große Unterschiede zum Leben der Einheimischen. Das ist das Ergebnis eines Regierungsberichts, den die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU) vorstellte. Menschen mit Migrationshintergrund seien „immer noch zu geringeren Anteilen erwerbstätig als die Gesamtbevölkerung“, heißt es dort.

Berlin (afp) – Die Integration von Migranten macht in Deutschland Fortschritte, es bleiben aber noch teils große Unterschiede zum Leben der Einheimischen. Das ist das Ergebnis eines Regierungsberichts, den die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU) am Donnerstag in Berlin vorstellte. Der sogenannte Integrationsindikatorenbericht ist eine der bislang umfassendsten Untersuchungen zur Integration in Deutschland.

Die Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere der in Deutschland geborenen, an wichtigen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens habe sich deutlich „verbessert“, heißt es in dem auf Daten des Mikrozensus basierenden zweiten Integrationsbericht. Dennoch seien die die Unterschiede zwischen Migranten und Deutschen noch immer „zu groß“, räumte Böhmer ein.

Der Bericht umfasst den Zeitraum von 2005 bis 2010. Er verzeichnet besonders bei Bildung, Ausbildung und Frühförderung Fortschritte. Parallel zu einem „positiven Trend in der Gesamtbevölkerung“ seien auch Verbesserungen bei Schülern mit Migrationshintergrund zu verzeichnen. So sei der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund ohne Schulabschluss mit minus 15 Prozent stärker gesunken als in der Gruppe derer ohne Migrationshintergrund.

Böhmer sprach von einer „Verbesserung“, es gebe aber weiterhin eine deutliche „Diskrepanz“. Migranten verlassen die Schule zwar seltener als früher ohne Abschluss – der Anteil der 18- bis 25-Jährigen ohne Schulabschluss lag 2005 bei 5,1 Prozent, 2010 bei 4,4 Prozent. Das ist jedoch doppelt so häufig wie bei den deutschen Schülern (1,6 Prozent). Erfreulich sei, dass die zweite Migrantengeneration deutlich weniger Schulabbrecher aufweise (2010: 2,8 Prozent), was auf erhöhte Chancen durch eine bessere Integration hinweise.

Zugleich gibt es dem Bericht zufolge immer mehr Jugendliche, die eine allgemeinbildende Schule mit der Hochschul- oder Fachhochschulreife verlassen. Der Zuwachs beträgt 24 Prozent insgesamt und 28 Prozent bei den Zuwanderern. Dennoch sei deren Zugang zu höherer Schulbildung „nach wie vor schwierig“.

Als positiv wertet der Bericht auch den Anstieg der Quote von Kindern unter sechs Jahren in einer Tagesbetreuung. Auch wenn es in diesem Bereich noch deutliche Unterschiede zu den Kindern ohne Migrationshintergrund gebe, besuchten Kinder mit Migrationshintergrund mittlerweile häufiger eine Tagesbetreuung. Für den Zeitraum 2008 bis 2010 heißt es in dem Bericht, es gebe bei diesen Kindern einen deutlichen Anstieg der Betreuungsquoten um 34 Prozent.

Schlechter sieht es bei der Erwerbstätigkeit aus. Menschen mit Migrationshintergrund seien „immer noch zu geringeren Anteilen erwerbstätig als die Gesamtbevölkerung“. Die Beschäftigungslücke sei von 11,9 Prozentpunkten im Jahr 2005 auf 12,3 Prozentpunkte im Jahr 2010 gestiegen, der Anteil der Erwerbslosen mit Migrationshintergrund also größer geworden. Es bleibt dabei: Zuwanderer leben nach wie vor doppelt so häufig ohne Arbeitseinkommen wie Deutsche und sind fast doppelt so häufig dem Armutsrisiko ausgesetzt.

Als positiv wertet der Bericht allerdings, dass die Arbeitslosenquote auch in der ausländischen Bevölkerung deutlich von 25,1 Prozent im Jahr 2005 auf 15,8 Prozent im Jahr 2010 zurückgegangen sei. Dies sei ein stärkerer Rückgang als in der Bevölkerung insgesamt.