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Premiere: FSC und Fairtrade kooperieren

Im Rahmen der Internationalen Kölner Möbelmesse stellten der Forest Stewardship Council (FSC) und Fairtrade Deutschland heute ihr gemeinsames Projekt vor. Die Stärken beider Siegel werden gebündelt, um Mitgliedern von Kleinwaldbetrieben in Bolivien bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Gleichzeitig wird auf der Messe die erste Möbelkollektion mit dem neuen Doppelsiegel präsentiert.

Köln (csr-news) > Im Rahmen der Internationalen Kölner Möbelmesse stellten der Forest Stewardship Council (FSC) und Fairtrade Deutschland heute ihr gemeinsames Projekt vor. Die Stärken beider Siegel werden gebündelt, um Mitgliedern von Kleinwaldbetrieben in Bolivien bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Gleichzeitig wird auf der Messe die erste Möbelkollektion mit dem neuen Doppelsiegel präsentiert.
Das Projekt steht erst am Anfang betonen sowohl Fairtrade-Geschäftsführer Dieter Overath als auch FSC Geschäftsführer Dr. Uwe Sayer. Knapp drei Jahre Vorlauf brauchte es, um nun die erste Möbelkollektion zu präsentieren. Dazu hat man den Möbelproduzenten Agentur Gansbühler aus Eibelstadt gewinnen können. Deren Geschäftsführer Claudius Gansmühler gibt zu, dass die ersten Impulse für eine nachhaltigere Möbelproduktion von den Kunden kamen. Unter der Möbelmarke Quadrato ist nun die Kollektion „Veracruz“ erschienen, produziert mit FSC-Fairtrade-zertifizierten Hölzern aus dem bolivianischen Hochland. Der dortige Kleinwaldbetrieb Multiagro ist einer der ersten Betriebe für das Pilotprojekt, weitere befinden sich in Chile und Honduras. Die Erwartungen der Waldarbeiter vor Ort sind hoch und die erste Fairtrade-Prämie schon für Schulmaterialien verplant. Genau wie in anderen Projekten zahlt Fairtrade den Betrieben einen zehnprozentigen Aufschlag auf den örtlichen Abgabepreis.
„Durch die Kooperation mit Fairtrade möchten wir ganz gezielt Mitglieder von Kommunal- und Kleinwaldbetrieben unterstützen. Die Fairtrade-Standards sind dabei eine optimale Ergänzung unserer FSC-Prinzipien und Kriterien“, sagt Uwe Sayer. Die FSC-Zertifizierung belegt, dass die Wälder nach strengen sozialen, ökologischen und ökonomischen Standards bewirtschaftet werden. Sichere Arbeitsbedingungen, die unter anderem die internationalen Arbeitsrechte berücksichtigen, werden vorgeschrieben. „Die Fairtrade-Standards stellen zusätzlich sicher, dass die Kleinwaldbetriebe einen fairen Preis für ihre Produkte erhalten und dass eine Fairtrade-Prämie ausgezahlt wird“, ergänzt Dieter Overath. Mit der Prämie werden Projekte finanziert, die der Gemeinschaft zugutekommen.
Die ersten Produkte sind inzwischen auch im Handel, beispielsweise im aktuellen Otto-Katalog, beim Büroversender Memo und in den Einrichtungshäusern Schaffrath, Segmüller und Schongau. Gansmühler zeigte sich mit den ersten Reaktionen zufrieden: „Otto hat sogar schon nachbestellt“. Für bis zu 20.000 Möbelstücke pro Jahr sind die bestehenden Strukturen ausgelegt, mit Lieferzeiten von 10-12 Wochen. „Bei steigendem Bedarf sind wir auch kurzfristig in der Lage weitere Betriebe zu zertifizieren“, so Overath. Die aktuelle Kollektion beweist zudem, dass Möbel aus nachhaltiger Produktion nicht zwangsläufig teuer sein müssen. So wird beispielsweise der Esstisch aus Pinienholz für 399 Euro angeboten.
Nach der Markteinführung sind nun Handel und Verbraucher gefragt. Die Reaktionen auf das Doppelsiegel werden ausgewertet und anschließend die weiteren Schritte für das Projekt festgelegt. Neben der Möbelkollektion gibt es auch einen ersten Anbieter für Holzfußböden mit dem neuen Doppelsiegel. Die schwedische Firma Kähr hat kürzlich vier unterschiedliche Parkettvarianten aus zertifiziertem Anbau vorgestellt. „Dies ist vor allem auch für öffentliche Einrichtungen interessant“, so Overath. „Schließlich sind die von uns als Fairtrade-Town zertifizierten Städte zur nachhaltigen Beschaffung verpflichtet“.