Nachrichten

Kontroverse um Tetra Pak-Getränkekartons

Berlin (csr-news) – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert den Verpackungskartonhersteller Tetra Pak dafür, dass er seine Getränkekartons mit dem Argument „100% recycelbar“ bewirbt. Im Dezember hat die DUH nach eigenen Angaben vor dem Landgericht Wiesbaden erstritten, dass Tetra Pak nicht mehr behaupten dürfe, seine Getränkekartons würden „vollständig recycelt“. Tatsächlich werde nur etwa ein Drittel des Materials stofflich verwertet, so die DUH. Nach Auffassung der Umweltorganisation setzt das Unternehmen weiter auf Greenwashing und irreführende Werbung: „Der Leser soll die Aussage ‚100% recycelbar‘ so verstehen, dass Getränkekartons nach Gebrauch komplett recycelt werden“, so DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch in einer Presseerklärung. Der überwiegende Anteil der aus Papierfasern, Aluminium und Kunststoff bestehenden Verpackungen werde jedoch verbrannt.

In Deutschland wird nach DUH-Angaben nur ein Teil der über 200.000 Tonnen in Verkehr gebrachten Getränkekartons getrennt gesammelt und in Sortieranlagen zum Recycling der Papieranteils aussortiert. Nach Angaben von Tetra Pak waren dies 2010 rund 132.000 Tonnen gebrauchter Getränkekartons. Die zurückbleibenden Polyethylen/Aluminium-Folienreste würden derzeit zu einem großen Teil in Zementfabriken verwertet, so Tetra Pak. Im vergangenen Jahr seien aber bereits rund 40 Prozent der Polyethylen/Aluminium-Rejekte aus dem Getränkekartonrecycling an die Firma APK in Merseburg zum werkstofflichen Recycling geschickt worden, so eine Unternehmenssprecherin gegenüber CSR NEWS. Tetra Pak Deutschland ist seit Anfang 2010 FSC-zertifiziert und brachte seit Ende Juni 2010 innerhalb eines Jahres rund 3,3 Milliarden Verpackungen aus FSC-zertifiziertem Rohkarton auf den Markt – mehr als 50 Prozent der Jahresmenge. Der gesamte Bedarf könne nicht gedeckt werden, da es noch an zertifiziertem Holz fehle.