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Durchbruch bei Nutzung von Seetang als Energiequelle gemeldet

US-Wissenschaftler haben einen Durchbruch bei der Nutzung von Seetang als Energiequelle gemeldet. Mittels einer Mikrobe könnten alle wichtigen Zuckerarten in braunen Meeresalgen in einen Bio-Brennstoff umgewandelt werden. Energieexperten sind schon lange der Ansicht, dass Seetang ein enormes Potenzial als Energiequelle birgt.

Washington (afp) – US-Wissenschaftler haben einen Durchbruch bei der Nutzung von Seetang als Energiequelle gemeldet. Mittels einer Mikrobe könnten alle wichtigen Zuckerarten in braunen Meeresalgen in einen Bio-Brennstoff umgewandelt werden, berichtete das US-Wissenschaftsmagazin „Science“ am Donnerstag. Energieexperten sind schon lange der Ansicht, dass Seetang ein enormes Potenzial als Energiequelle birgt.

Ein Team von Wissenschaftlern des Bio Architecture Laboratoriums in Kalifornien habe eine Form des E-Coli-Bakteriums so eingesetzt, dass es Zucker in den Meeresalgen in Ethanol verwandeln könne, hieß es in dem Bericht. Anders als andere Mikroben zuvor könne es den Hauptzucker im Seetang, bekannt als Alginat, verarbeiten.

„Unsere Wissenschaftler haben ein Enzym entwickelt, um das Alginat abzubauen und umzuwandeln“, sagte der Geschäftsführer von Bio Architecture Lab, Daniel Trunfio. Diese Entdeckung mache aus der Biomasse einen billigen Ausgangsstoff zur Produktion von Bio-Brennstoffen und Chemikalien. Ein Sprecher des Unternehmens teilte mit, dass das Labor derzeit vier Aquafarmen in Chile betreibe, wo es hoffe, seine Mikroben-Technologie in einer Großanlage einsetzen zu können – als nächster Schritt hin zur Vermarktung in den nächsten drei Jahren.

Meeresalgen als Lieferant für Bio-Brennstoff gelten als eine attraktive Alternative, weil der Seetang anders als etwa Rohrzucker nicht angebaut werden muss und somit nicht mit landwirtschaftlichen Flächen für Lebensmittel in Konkurrenz tritt. Weniger als drei Prozent der weltweiten Küstengewässer würden ausreichen, um genug Algen zu produzieren, um 60 Milliarden Gallonen (227 Milliarden Liter) fossilen Brennstoff zu ersetzen, wie es in dem „Science“-Artikel hieß.