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Zahl der Leiharbeiter auf 910.000 gestiegen

Nürnberg (afp) – Die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland ist binnen eines Jahres um 13 Prozent gestiegen. Ende Juni 2011 verdienten 910.000 Menschen ihr Geld als Leiharbeitnehmer, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag in Nürnberg mitteilte. Zwischen Juni 2010 und Juni 2011 stieg die Zahl demnach um 103.000. Auch die Zahl der Verleihbetriebe nahm den Angaben zufolge innerhalb eines Jahres deutlich zu und stieg um acht Prozent auf 17.400 Betriebe.

In der Entwicklung der Leiharbeitnehmerzahlen seit dem Ende der Wirtschaftskrise 2008/2009 zeige sich „das typische Muster des Beschäftigungsaufbaus“ durch Leiharbeiter in Phasen des konjunkturellen Aufschwungs, erklärte die BA. In den frühen Phasen des zunächst aus Unternehmersicht noch unsicheren Aufschwungs deckten Betriebe ihren steigenden Personalbedarf unter anderem mit Hilfe von Leiharbeit ab. Danach gingen die Betriebe dazu über, Personal fest einzustellen. Nur bei Produktionsspitzen und Personalausfällen werde dann erneut auf Leiharbeitnehmer zurückgegriffen.

Die Hälfte der Leiharbeitsverhältnisse währte demnach weniger als drei Monate. Dies deute darauf hin, dass die Verleihfirmen ihren Personalbedarf „möglichst elastisch“ ihrer Auftragslage anpassen würden, erklärte die Bundesagentur für Arbeit. Zudem sähen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein Leiharbeitsverhältnis oft als Übergangslösung an, das in ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis münden könne.