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Weltwirtschaftsforum: Zwischen Visionen und Realitäten

Bereits zum 42. mal treffen sich im Schweizer Davos Topmanager und führende Politiker aus der ganzen Welt zum Weltwirtschaftsforum (WEC). In Zeiten düsterer Wirtschaftsaussichten ist die Zahl der Teilnehmer hoch wie nie. In diesem Rahmen haben Deloitte und SAM neue Publikationen zur Unternehmensverantwortung vorgestellt.

Davos > Bereits zum 42. mal treffen sich im Schweizer Davos Topmanager und führende Politiker aus der ganzen Welt zum Weltwirtschaftsforum (WEC). In Zeiten düsterer Wirtschaftsaussichten ist die Zahl der Teilnehmer hoch wie nie. In diesem Rahmen haben Deloitte und SAM neue Publikationen zur Unternehmensverantwortung vorgestellt.

Klaus Schwab, Initiator des Weltwirtschaftsforums wird offensichtlich langsam ungeduldig. Trotz jahrzehntelanger Diskussion scheinen sich im globalen Wirtschaftssystem die Dinge nicht wirklich zum Besseren zu wenden. Er appelliert an die Führungskräfte dafür zu sorgen, dass soziale Verantwortung und moralische Verpflichtung keine leeren Worthülsen sind. Das diesjährige Motto „Die große Transformation – neue Modelle gestalten“ fordert ganz deutlich neue Ansätze für wirtschaftliches Handeln.

Dazu passt eine Studie, die von der Unternehmensberatung Deloitte in Davos vorgestellt wurde. Gemeinsam mit der Economist Intelligence Unit (EIU) wurden im vergangenen Oktober weltweit 390 Führungskräfte (hauptsächlich Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder) zum Verhältnis von Wirtschaft und Gesellschaft befragt. Demnach spielen Unternehmen eine Schlüsselrolle im Wandel der Gesellschaft, Unternehmenserfolg wird nicht mehr nur an finanziellen Kennzahlen gemessen. Vielmehr sind 73 Prozent der Führungskräfte überzeugt, dass ihre Geschäftsaktivitäten einen positiven gesellschaftlichen Beitrag leisten. Lediglich zehn Prozent halten Profit für das alleinige Erfolgskriterium. Ergänzend dazu befragte Deloitte weltweit 1400 ihrer Mitarbeiter, die nach 1981 geboren wurden. Insbesondere diese sogenannten Millenials glauben an den großen gesellschaftlichen Einfluss von Unternehmen. Mehr als 50 Prozent glauben, dass Unternehmen mehr als andere Organisationen einen Einfluss auf die Lösung gesellschaftlicher Probleme haben, von den Top-Führungskräften glauben dies nur 35 Prozent. „Beide Studien zeigen die Rolle der Wirtschaft für eine bessere Gesellschaft auf“, erläutert Prof. Martin Plendl, CEO Deloitte Deutschland. „Der gesellschaftliche Zweck muss ins Kerngeschäft und in die Unternehmensphilosophie integriert sein. Unternehmen können so den wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Wandel positiv beeinflussen“.

Ebenfalls in Davos hat die Schweizer Investmentboutique SAM zusammen mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ihr „Sustainability Yearbook 2012“ vorgestellt. Das Referenzwerk präsentiert die, gemessen an Nachhaltigkeitskriterien, führenden Unternehmen aus 58 Sektoren. Sechs deutsche Unternehmen (Adidas, BMW, Henkel, SAP, Siemens und TUI) wurden als Sector Leader ausgezeichnet, weil sie in ihrer Branche Maßstäbe in der unternehmerischen Nachhaltigkeit setzen. Insgesamt sind 28 deutsche Unternehmen im Jahrbuch vertreten. Michael Baldinger, CEO von SAM: „Unternehmen erkennen zunehmend, dass sie mit nachhaltigen Geschäftsstrategien Mehrwert für ihre Aktionäre und weitere Anspruchsgruppen schaffen. Wir stellen auch fest, dass Unternehmen immer bessere Nachhaltigkeitsleistungen erbringen. Vor diesem Hintergrund haben wir die Aufnahmekriterien für unsere Sustainability Awards verschärft“. Vor allem für das Innovationsmanagement sind ausgeprägte Nachhaltigkeitsstrategien einer der wichtigsten Treiber. Bereits seit 2009 bewertet SAM auch das Innovationsmanagement von Unternehmen. Die jüngsten Analyseergebnisse bescheinigen 24 Prozent der Unternehmen ein gutes- und immer noch 37 Prozent ein durchschnittliches Innovationsmanagement. Bei rund 39 Prozent der Firmen wird es als schwach bewertet.