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Flugrouten für neuen Hauptstadtflughafen stoßen auf geteiltes Echo

Die Entscheidung über die Flugrouten für den neuen Berliner Großflughafen BER ist auf ein geteiltes Echo gestoßen. Die Anwohner würden durch ein umfangreiches Schallschutzprogramm geschützt, erklärte der Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz. Der Direktor des BAF, Nikolaus Herrmann, erklärte, in einem dicht besiedelten Raum lasse sich der Fluglärm kaum so verteilen, dass nur wenige Menschen betroffen seien.

Berlin (afp) – Die Entscheidung über die Flugrouten für den neuen Berliner Großflughafen BER im Südosten der Hauptstadt ist auf ein geteiltes Echo gestoßen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) rief am Donnerstag dazu auf, den Kompromiss zu akzeptieren. Die Schließung des Flughafens Tegel werde zeitgleich mit der Eröffnung des neuen Flughafens in Schönefeld im Juni hunderttausende Berliner von bisherigem massivem Fluglärm entlasten, erklärte er.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) betonte, die Entscheidung könne nicht alle Anwohner zufrieden stellen. Umso wichtiger sei es, den Lärmschutz nun unbürokratisch und „auch in Grenzfällen im Sinne der Betroffenen umzusetzen“.

„Nun herrscht endlich Klarheit“, erklärte der Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz. Die Anwohner des Flughafens würden durch ein umfangreiches Schallschutzprogramm geschützt. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Klaus-Peter Siegloch, sprach von einem „Meilenstein“. Der neue Hauptstadtflughafen sei „ein Zukunftsprojekt für unser ganzes Land und ein Job-Motor für die ganze Region Berlin-Brandenburg“.

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) hatte zuvor nach langer Debatte die Flugrouten für den neuen Großflughafen bestätigt, der am 3. Juni in Betrieb gehen soll. Besonders umstritten ist die Flugroute über den Müggelsee. Die Grüne Liga Berlin und die Friedrichshagener Bürgerinitiative wollen dagegen bei der EU Beschwerde einlegen. Ohne eine Umweltverträglichkeitsprüfung sei die Müggelsee-Route „de facto rechtswidrig“, da über besonders schützenswerte Gebiete geflogen werden solle, erklärte Frank Welskop von der Grünen Liga am Donnerstag.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) betonte, die am Donnerstag vorgestellten Flugrouten seien „nicht in Beton gegossen“. Sie würden auch nach der Inbetriebnahme des Flughafens weiter analysiert.

Der Direktor des BAF, Nikolaus Herrmann, erklärte, in einem dicht besiedelten Raum wie dem Berliner Umland lasse sich der Fluglärm kaum so verteilen, dass nur wenige Menschen betroffen seien. Gleichwohl würden die jetzt beschlossenen Routen die dicht besiedelten Gebiete so weit vermeiden, „wie dies nach den Erfordernissen der Flugsicherheit und den Ergebnissen der Planfeststellung für den Flughafen möglich ist“.

Die Grünen kritisierten die Flugroutenplanung als „unflexibel und intransparent“. Für viele Betroffenen sei die Entscheidung „keine zufriedenstellende Lösung“, erklärte Stephan Kühn, Sprecher für Verkehrspolitik der Grünen-Bundestagsfraktion.