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Böhmer will mehr für Integration in Arbeitswelt tun

Berlin (afp) – Vor dem Integrationsgipfel im Kanzleramt hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, mehr Bemühungen zur Eingliederung von Migranten am Arbeitsmarkt angekündigt. Ein nationaler Aktionsplan solle in diesem Bereich Defizite beheben, sagte Böhmer am Dienstag im ARD-“Morgenmagazin”. Außerdem forderte Böhmer mehr Anstrengungen, um die Deutschkenntnisse von Migranten zu verbessern, besonders auch in den Elternhäusern von Schülern: “Wir brauchen noch mehr Eltern, die Deutsch können”, sagte Böhmer. Dies sei entscheidend für den Schulerfolg.

Bestandteile des Aktionsplans seien Fortbildungen für diejenigen, die Personalentscheidungen treffen, sowie eine “konkrete Weiterentwicklung der Stellenausschreibungen”, sagte Böhmer. Außerdem seien Schulungen von Betriebs- und Personalräten vorgesehen und eine Werbekampagne, die Menschen mit Migrationshintergrund für eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst ansprechen soll. Dort seien sie noch immer unterrepräsentiert.

Die SPD forderte die Bundesregierung zu konkreten Maßnahmen auf. Nach den mehr als fünf Jahre dauernden Beratungen auf den Gipfeln müssten nun “sehr konkrete Schritte im Regierungshandeln” folgen, sagte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Aydan Özuguz im Deutschlandfunk.

Es reiche nicht aus, immer nur “einen Plan nach dem anderen” zu verkünden, kritisierte Özuguz. Ein drängendes Problem sei beispielsweise, dass Menschen mit fremd klingenden Namen in Deutschland immer noch Schwierigkeiten hätten, einen Arbeitsplatz oder eine Wohnung zu finden.

Die Bundesregierung hat für den Mittag zum fünften Integrationsgipfel mit Vertretern von Migrantenverbänden nach Berlin eingeladen. An dem Treffen nehmen auf Regierungsseite Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sowie die Ministerinnen für Bildung und Jugend, Annette Schavan und Kristina Schröder (beide CDU) teil.