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Mindestens neun Tote bei Einsturz von Fabrik in Pakistan

Beim Einsturz eines Fabrikgebäudes in der pakistanischen Metropole Lahore sind am Montag mindestens neun Menschen getötet und 16 weitere verletzt worden. Die dreistöckige illegal betriebene Fabrik stürzte bei einer Gasexplosion zusammengestürzt. Der Unfall illustriert die Situation in Pakistan, wo Kinderarbeit keine Seltenheit ist und in Fabriken oftmals schlechte Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

Lahore (afp) – Beim Einsturz eines Fabrikgebäudes in der pakistanischen Metropole Lahore sind am Montag mindestens neun Menschen getötet und 16 weitere verletzt worden. Die dreistöckige illegal betriebene Fabrik zur Herstellung von Tiermedizin sei bei einer Gasexplosion zusammengestürzt, sagte ein Polizeivertreter. Die Rettungskräfte stellten sich darauf ein, die ganze Nacht nach vermutlich 35 bis 50 Verschütteten zu suchen.

Der Unfall ereignete sich am Morgen. Zu Beginn gruben die Rettungskräfte mit bloßen Händen in den Trümmern, um Verschüttete zu befreien, später arbeiteten sie mit Hämmern, Äxten, Meißeln und Schaufeln. Unter den Gebäudetrümmern waren Hilferufe mehrerer Opfer zu hören. Die Rettungsarbeiten wurden durch die engen Straßen in dem belebten Viertel um die Multan-Straße erschwert, weil schwere Maschinen diese nur mit Mühe passieren konnten.

Bei den geborgenen Toten handelte es sich nach Angaben eines Polizeivertreters um sieben Frauen und zwei Kinder im Alter von zwölf und 14 Jahren. Die Rettungskräfte installierten Scheinwerfer und stellten sich auf eine lange Einsatznacht ein. “Wir müssen vorsichtig vorgehen, es geht um Menschenleben”, sagte ein Polizist.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete von Frauen und Kindern, die von Staub bedeckt aus den Trümmern geholt wurden, einige von ihnen verletzt. Ein Rettungsarbeiter sagte, die meisten Arbeiter in der Fabrik seien zur Verpackung von Medizin eingesetzte Frauen und Kinder gewesen.

Nach Zeugenangaben wurden in der Fabrik in der ostpakistanischen Metropole Impfstoffe für Tiere hergestellt. Wie die Polizei mitteilte, wurde die Fabrik seit 25 Jahren illegal betrieben. Nach den drei Inhabern des Unternehmens wird demnach gefahndet. Eine Gruppe von rund 20 Arbeitern demonstrierte am Unglücksort und forderte, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Unfall illustriert die Situation in Pakistan, wo Kinderarbeit keine Seltenheit ist und in Fabriken oftmals schlechte Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Lahore ist mit fast acht Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Pakistans und gilt als eine der liberalsten Städte des weitgehend konservativen Landes.