Nachrichten

Bio boomt – Umsatz 2011 um neun Prozent gestiegen

Angesichts zahlreicher Lebensmittelskandale haben die deutschen Verbraucher im vergangenen Jahr zu deutlich mehr Bioprodukten gegriffen. Der Umsatz mit Ökolebensmitteln stieg um neun Prozent auf knapp 6,6 Milliarden Euro. Vor allem bei Fleisch und Geflügel, Milch- und Molkereiprodukten sowie Eiern nahm der Absatz zweistellig zu.

Bonn/Berlin (afp) – Angesichts zahlreicher Lebensmittelskandale haben die deutschen Verbraucher im vergangenen Jahr zu deutlich mehr Bioprodukten gegriffen. Der Umsatz mit Ökolebensmitteln stieg um neun Prozent auf knapp 6,6 Milliarden Euro, wie die Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) am Dienstag vor Beginn der Messe BioFach in Nürnberg mitteilte. Vor allem bei Fleisch und Geflügel, Milch- und Molkereiprodukten sowie Eiern nahm der Absatz zweistellig zu. Bei manchen Produkten wie etwa Kaffee waren aber auch Preissteigerungen für den höheren Umsatz verantwortlich.

Die deutschen Ökobauern können die gestiegene Nachfrage der Verbraucher allerdings nicht allein bedienen. Die Hälfte aller Biomöhren und -äpfel, ein Viertel aller Biokartoffeln und 15 Prozent des Biogetreides kamen im vergangenen Jahr aus dem Ausland, wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) mitteilte. Die Entwicklung des Bioanbaus sei hinter der Marktentwicklung zurückgeblieben: Die Anbaufläche der Biobetriebe sei 2011 nur um 2,3 Prozent gewachsen, die Zahl der Höfe nur um 4,8 Prozent. “Wir brauchen jetzt 10.000 neue Biobetriebe”, forderte der BÖLW. Dazu aber sei ein Politikwechsel notwendig.

Die meisten Biolebensmittel kaufen Verbraucher laut AMI im Lebensmittel-Einzelhandel und im Naturkost-Handel. Einen “Sprung” nach Jahren des Rückgangs verzeichneten demnach im vergangenen Jahr die Direktvermarkter wie kleine Hofläden und die Wochenmärkte. Bei den Discountern dagegen wuchs der Umsatz mit Biolebensmitteln 2011 nur unterdurchschnittlich. Der Bioanteil am gesamten Lebensmitteleinzelhandel ist nach wie vor sehr gering: Er betrug laut AMI im vergangenen Jahr gerade mal 3,7 Prozent.