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Eon-Vorstand will hohe Boni trotz Stellenabbau

Der Vorstand des Eon-Konzerns soll für das Geschäftsjahr 2011 hohe Boni erhalten. Gleichzeitig plant er bis 2015 den Abbau von 11.000 der 80.000 Arbeitsplätze, meldet die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post heute. Von dem Personalabbau seien in Deutschland 6.000 Stellen betroffen.

Düsseldorf (csr-news) – Der Vorstand des Eon-Konzerns soll für das Geschäftsjahr 2011 hohe Boni erhalten. Gleichzeitig plant er bis 2015 den Abbau von 11.000 der 80.000 Arbeitsplätze, meldet die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post in ihrer heutigen Ausgabe. Von dem Personalabbau seien in Deutschland 6.000 Stellen betroffen. Am Freitag wolle der Präsidialausschuss des Aufsichtsrates über die Vorstandsvergütungen beraten. Für Eon-Chef Johannes Teyssen ständen 150 Prozent der vereinbarten Tantieme zur Diskussion, der für den Konzernumbau und das Sparprogramm „Eon 2.0“ zuständige Vorstand Bernhard Reutersberg soll 120 Prozent erhalten. Für das Jahr 2010, in dessen Verlauf Teyssen die Eon-Führung übernahm, habe der Konzernchef 1,08 Millionen Euro an Grundvergütung und 2,3 Millionen Euro an Tantieme erhalten.

Ein Eon-Sprecher sagte der Rheinischen Post: „Durch die Vergütungssystematik liegen die Vorstandsgehälter insgesamt niedriger als im Vorjahr. Dies liegt wesentlich an dem gesunkenen Aktienkurs.“ Die Zeitung zitiert einen namentlich nicht genannten Gewerkschaftsvertreter mit den Worten: „Tausende Arbeitnehmer müssen gehen, der Konzern muss Milliarden abschreiben. Es wäre ein schlechtes Signal, wenn der Vorstand sich in einer solchen Situation hohe Boni genehmigt.“ Managergehälter sind seit 2006 offenzulegen. Sie sollen im angemessenen Verhältnis zur Lage des Unternehmens und zur Leistung des Vorstands sowie zur sonst üblichen Vergütung stehen.