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Armutsrisiko für Niedriglöhner geringer als für Arbeitslose

Köln (afp) – Ein Niedriglohn-Job reduziert nach einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in vielen Fällen das persönliche Armutsrisiko. Das teilte das IW am Mittwoch in Köln mit. Der Untersuchung zufolge sind rund 59 Prozent der Menschen, die vor Übernahme eines Niedriglohn-Jobs armutsgefährdet waren, dies nach Arbeitsbeginn nicht mehr. Nur gut sechs Prozent derjenigen, die vor der Aufnahme einer derartigen Tätigkeit nicht armutsgefährdet waren, fielen anschließend in diese Kategorie.

Die IW-Studie stellt darüber hinaus fest, dass statistisch gesehen etwa 56 Prozent aller Arbeitslosen Gefahr laufen, unter die Armutsgrenze zu rutschen. Bei Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten, sind davon lediglich sechs Prozent bedroht. Die Untersuchung beleuchtet die Entwicklung im deutschen Niedriglohnsektor von 1994 bis 2010. Demnach arbeiteten 2010 etwa 22 Prozent der Beschäftigten für Niedriglöhne, also für weniger als neun Euro brutto die Stunde.

Laut Studie ist die Aufnahme eines Niedriglohn-Jobs unter anderem deshalb in vielen Fällen nicht gleichbedeutend mit zunehmenden sozialen Problemen, weil die Beschäftigten lediglich dazuverdienen, aber nicht allein auf diese Einnahmen angewiesen sind. Auch bei Arbeitslosen, die Hartz IV beziehen, reiche oftmals ein kleiner “Minijob” aus, um sie durch die zusätzlichen monatlichen Einkünfte über die Armutsgrenze zu bringen und ihren Status zu verbessern.