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Forest Stewardship Council überarbeitet Regeln für Forstwirtschaft

Der internationale Forest Stewardship Council (FSC) hat seine Regeln für die Vergabe des renommierten FSC-Gütesiegels für Holzprodukte erstmals seit der Gründung 1993 überarbeitet. An der Diskussion seien Waldbesitzer, Forstbetriebe und Holzverarbeiter ebenso wie Umweltschützer, Gewerkschaften und Vertreter indigener Völker beteiligt gewesen.

Freiburg im Breisgau (afp) – Der internationale Forest Stewardship Council (FSC) hat seine Regeln für die Vergabe des renommierten FSC-Gütesiegels für Holzprodukte überarbeitet. Erstmals seit Gründung der weltweit tätigen Nicht-Regierungsorganisation im Jahr 1993 sei das FSC-Regelwerk im Zuge eines dreijährigen Diskussionsprozesses überarbeitet worden, teilte der FSC am Donnerstag mit. An der Diskussion seien Waldbesitzer, Forstbetriebe und Holzverarbeiter ebenso wie Umweltschützer, Gewerkschaften und Vertreter indigener Völker beteiligt gewesen.

Nach FSC-Angaben stimmten 75 Prozent der Mitglieder für das neue globale Regelwerk, das in den kommenden Jahren von den mehr als 80 beteiligten Ländern umgesetzt werden soll. Das neue Regelwerk sei ein weltweites Konsensergebnis und setze Maßstäbe für Waldbewirtschaftung auf globaler Ebene, erklärte die Organisation. In dem Regelwerk sind weltweit einheitliche Umwelt- und Sozialstandards festgelegt, die eine nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern sicherstellen sollen.

Der neue Standard sieht die stärkere Einbindung lokaler Interessengruppen bei der Bewirtschaftung von Wäldern sowie bei der Identifizierung besonders schützenswerter Wälder vor. Erstmals können sich Waldbesitzer auch Leistungen für den Klimaschutz wie die Speicherung von Kohlendioxid vom FSC zertifizieren lassen. Zudem schreibt das Regelwerk künftig vor, dass zum Erhalt des FSC-Zertifikats Waldbesitzer und Forstbetriebe ihre Beschäftigten tariflich entlohnen müssen.

Der FSC war 1993 im Zuge der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro gegründet worden. Die Organisation vergibt ein Gütesiegel für Holzprodukte aus Wäldern, die nach dem FSC-Standard bewirtschaftet werden. Nach eigenen Angaben überprüft sie jährlich in den Wäldern und den nachgelagerten Industrien die Einhaltung der Kriterien. Weltweit haben demnach 148 Millionen Hektar Wald ein FSC-Zertifikat. In Deutschland setzt sich der FSC gegen Kahlschläge und für Mischwälder sowie Artenschutz und faire Entlohnung ein.

Der deutsche FSC-Zweig im Internet:
www.fsc-deutschland.de