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Energieeffizienz: Unternehmen erwarten stark steigende Strompreise

Nach einer aktuellen Umfrage der Deutschen Energieagentur (dena) unter 250 Unternehmen des produzierenden Gewerbes erwarten 86 Prozent weiter steigende Strompreise. Gleichzeitig erkennen immer mehr Unternehmen wie wichtig Energieeffizienz ist, um Energiekosten zu senken und damit Wettbewerbsvorteile am Markt zu erschließen.

Berlin (csr-news) > Nach einer aktuellen Umfrage der Deutschen Energieagentur (dena) unter 250 Unternehmen des produzierenden Gewerbes erwarten 86 Prozent weiter steigende Strompreise. Gleichzeitig erkennen immer mehr Unternehmen wie wichtig Energieeffizienz ist, um Energiekosten zu senken und damit Wettbewerbsvorteile am Markt zu erschließen.

Aktuell investieren rund 37 Prozent der befragten Unternehmen in Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. „Viele Unternehmen haben erkannt, wie wichtig Investitionen in Energieeffizienz für die Wettbewerbsfähigkeit sind“, so Stephan Koller, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Sie haben es selbst in der Hand, ihre Kosten nachhaltig zu senken“. Laut der Umfrage hat bislang jedes fünfte Unternehmen ein betriebliches Energiemanagement umgesetzt, bei größeren Unternehmen sogar jedes Zweite, um systematisch Energieverbrauch und –kosten zu senken. Ein Grund sind die fehlenden Ressourcen in kleineren und mittleren Betrieben. Für diese Betriebe empfiehlt die dena zunächst mit einem Energiecontrolling Verbräuche und Kosten zu erfassen – ein solches Controlling lässt sich dann bei Bedarf zu einem kompletten Energiemanagementsystem ausbauen. Die Initiative „EnergieEffizienz“ der dena unterstützt Unternehmen aus Industrie und Gewerbe mit einem Handbuch und einem Online-Tool beim Aufbau eines betrieblichen Energiemanagements.

Erst in der letzten Woche hat die Bundesregierung ihre Position zur europäischen Energieeffizienzrichtlinie vorgelegt. Darin bezeichnet Wirtschaftsminister Rösler und Kabinettskollege Röttgen die Steigerung der Energieeffizienz als tragende Säule des bundesdeutschen Energiekonzepts. Rösler: „Deutschland hat einen seit Jahren rückläufigen Energieverbrauch und dennoch ein ganz beachtliches wirtschaftliches Wachstum. Die Entkopplung von Energieverbrauch und Wirtschaftswachstum haben nur wenige andere EU-Mitgliedstaaten geschafft. Die nun erzielte Einigung bei Art. 6 der EU-Effizienzrichtlinie lässt den Mitgliedstaaten die notwendige Flexibilität im Hinblick auf die Formulierung des nationalen Ziels – Energieeinspar- oder Energieeffizienzziel – und auf die Wahl der Instrumente zur Zielerreichung. Zugleich bleibt der Vorschlag ambitioniert, denn die Mitgliedstaaten legen damit erstmals verbindliche nationale Ziele fest“. Im Kern besteht die Einigung darin, dass die Mitgliedsstaaten wählen können, ob sie eine Steigerung der Energieeffizienz von 6,3 Prozent innerhalb von drei Jahren oder im gleichen Zeitraum eine Senkung des Energieverbrauchs von 4,5 Prozent anstreben. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sprach sich gegen starre Vorgaben aus. Hauptgeschäftsführer Markus Kerber: „Mit der Fixierung verbindlicher Vorgaben für Energieeinsparungen und Energieeffizienz setzt die Bundesregierung auf staatlichen Dirigismus statt auf Marktsignale. Dies ist der falsche Weg für das Industrieland Deutschland“. „Starre Vorgaben widersprechen jeglicher unternehmerischen Realität“, betonte Kerber. Höhere Effizienz und Einsparungen entstünden durch Investitionen in neue Technologien. Diese müssten dem Gebot der Wirtschaftlichkeit entsprechen und sich an den Investitionszyklen orientieren. Ähnlich äußerten sich die „Energieintensiven Industrien Deutschlands“ (EID). Deren Sprecher Martin Kneer: „Die EU-Parlamentarier sprechen von Effizienz, stattdessen planen sie, den absoluten Energieverbrauch durch einen Deckel zu begrenzen. Damit schaffen sie eine Wachstumsbremse für die Wirtschaft“.

dena Energy Efficiency Award 2012

Noch bis zum 4. Mai 2012 haben Unternehmen aus Industrie und Gewerbe die Möglichkeit ihre Referenzprojekte, die sich durch innovative Energie- und Kosteneffizienz auszeichnen, für den dena Energy Efficiency Award 2012 einzureichen.

Impulsgespräche zur Energieeffizienz

Noch bis Ende des Jahres führt das RKW-Kompetenzzentrum deutschlandweit kostenlose Impulsgespräche zum Thema Energieeffizienz in industriellen kleinen und mittleren Unternehmen und im Handwerk durch. Ziel ist es, die Unternehmen für das Thema Energieeffizienz zu sensibilisieren und zur Durchführung von Energiesparmaßnahmen zu motivieren. In den Gesprächen werden die individuellen Einsparpotenziale des jeweiligen Unternehmens angesprochen und konkrete Ansatzpunkte aufgezeigt.

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