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Journalistinnen für Frauenquote von 30 Prozent in Chefredaktionen

Berlin (afp) – Rund 350 Journalistinnen fordern eine Frauenquote von 30 Prozent in den deutschen Chefredaktionen. Nur zwei Prozent aller Chefredakteure der rund 350 deutschen Tages- und Wochenzeitungen seien Frauen, von den 13 Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks seien lediglich drei weiblich, erklärte die Initiative „ProQuote“ in einem Brief an Chefredakteure, Verleger und Intendanten. In den kommenden fünf Jahren müssten mindestens 30 Prozent der Führungspositionen in den Redaktionen mit Frauen besetzt werden, und zwar in allen Hierarchiestufen, heißt es in dem Aufruf.

Die Initiatorinnen von „ProQuote“ arbeiten bei Tageszeitungen, Wochen- und Monatszeitschriften, in Online-Redaktionen sowie für Hörfunk und Fernsehen. Unter ihnen sind bekannte Moderatorinnen wie Sandra Maischberger oder Anne Will, die Chefredakteurin der Deutschen Welle, Dagmar Engel.

Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Michael Konken, begrüßte es am Montag, dass etliche Journalistinnen auf die andauernde Ungleichbehandlung in journalistischen Führungspositionen aufmerksam machten. Es gebe keinen nachvollziehbaren Grund, „weshalb in den redaktionellen Chefsesseln immer noch überwiegend Männer sitzen“. Konken unterstrich die Vorbildfunktion, die der Journalismus als vierte Gewalt habe. „Wer Gleichberechtigung in den Führungszirkeln von Wirtschaft und Politik fordert, kann die Medien davon nicht ausklammern.“

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