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EU: Europa soll seine eigenen Rohstoffe besser nutzen

Die Europäische Union soll ihre heimischen Rohstoffe nach dem Willen der EU-Kommission besser nutzen. Im Rahmen einer „Innovationspartnerschaft für Rohstoffe“ sollten daher neue Technologien entwickelt werden, um leichter und kosteneffizienter an die verborgenen Schätze zu gelangen. Außerdem soll die Partnerschaft das Recycling wertvoller Rohstoffe vorantreiben.

Brüssel (afp) – Die Europäische Union soll ihre heimischen Rohstoffe nach dem Willen der EU-Kommission besser nutzen. Der Wert der nicht ausgeschöpften mineralischen Rohstoffe in Europa in einer Tiefe zwischen 500 und 1000 Metern betrage geschätzte 100 Milliarden Euro, erklärte die Europäische Kommission am Mittwoch in Brüssel zur Begründung. Im Rahmen einer „Innovationspartnerschaft für Rohstoffe“ sollten daher neue Technologien entwickelt werden, um leichter und kosteneffizienter an die verborgenen Schätze zu gelangen.

Die geplante Rohstoffpartnerschaft soll unter anderem zehn Pilotmaßnahmen umfassen. Das könnten Demonstrationsanlagen zur Exploration und Gewinnung oder zur Sammlung von Rohstoffen sein. Genannt werden in diesem Zusammenhang etwa ferngesteuerte Operationen im Untertagebau. Darüber hinaus sollen Forschungszentren für Bergbau und Materialmanagement vernetzt werden. Zudem könnte eine dreidimensionale geologische Karte Rohstoffvorkommen in Europa präzise verorten.

Außerdem soll die Partnerschaft das Recycling wertvoller Rohstoffe vorantreiben. Jeder EU-Bürger produziere pro Jahr durchschnittlich 17 Kilogramm an Elektro- und Elektronikschrott von Geräten, erklärte Brüssel. Schlüsselrohstoffe wie Gold, Silber, Kupfer, Palladium oder Kobalt müssten stärker wiederverwertet werden. Eine Ergänzung zum Recycling ist danach der Ersatz bestimmter Stoffe durch andere, leichter verfügbare Materialien.

Rohstoffe wie Kobalt und Gold, Eisenerz oder Indium sind für Europas Industrie lebenswichtig. Die Ressourcen kommen aber nur zum Teil in der EU vor. So entfällt laut früheren Angaben der Kommission ein großer Teil der Gewinnung von Indium und einer Reihe weiterer Metalle und sogenannter seltener Erden auf China. Einer der Hauptlieferanten für Kobalt ist die krisengeplagte Demokratische Republik Kongo. Indium kommt in Flachbildschirmen zum Einsatz, Kobalt in Batterien.

Die Bundesregierung beschloss ebenfalls am Mittwoch in Berlin ein Ressourceneffizienzprogramm. Dabei geht es um die nachhaltige Nutzung von Rohstoffen, wie das Umweltministerium mitteilte. Mit dem Programm soll etwa die Effizienzberatung für den Mittelstand ausgebaut werden und sichergestellt werden, dass bei der Entwicklung von Industrienormen der Ressourcenaspekt eine größere Rolle spielt.

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