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Bewohner von kenianischer Ferieninsel protestieren gegen Hafenbau

Lamu (afp) – Bewohner der kenianischen Ferieninsel Lamu haben gegen den geplanten Bau eines großen Tiefseehafens wenige Kilometer vor ihrer Insel protestiert. Rund 200 Bewohner marschierten am Donnerstag vom Zentrum der Altstadt bis an den Strand und riefen “Unser Land, unsere Rechte”. Die Regierung in Nairobi habe keine Folgenabschätzung des Hafenbaus vorgelegt und auch die Bewohner der Insel an den Planungen nicht beteiligt. Zudem enthalte die Regierung ihnen versprochene Landrechte vor.

Nairobis Präsident Mwai Kibaki will am Freitag zusammen mit dem südsudanischen Präsidenten Salva Kir und dem äthiopischen Regierungschef Meles Zenawi den Startschuss für die Bauarbeiten geben. Zu dem Projekt gehören auch Straßen nach Äthiopien und Südsudan, und Öl aus dem Südsudan soll per Pipeline zum Hafen transportiert und dort dann verschifft werden. Die Belange der Bevölkerung von Lamu dagegen seien “auf taube Ohren gestoßen”, klagen die Bewohner.

Das Lamu-Archipel im Indischen Ozean ist bei Touristen sehr beliebt. Die Altstadt Lamu ist seit 2001 UNESCO-Weltkulturerbe. Zahlreiche Prominente aus dem Ausland besitzen auf den Inseln Villen und Strandgrundstücke, darunter Welfenprinz Ernst August von Hannover und seine Ehefrau, Caroline von Monaco.