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Frauen in Führungspositionen. Wie gut ist TUI?

Anlässlich des Weltfrauentag meldet der Tourismuskonzern TUI: Die Führungspositionen bei TUI in Deutschland seien bereits zu rund 37% mit Frauen besetzt. TUI fördert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gezielt. Allerdings lässt der Blick auf die TUI-Geschäftsführeretage noch „Luft nach oben“ erkennen.

Hannover (csr-news) – Europaweit wird darüber diskutiert, ob Gesetzgeber den Frauenanteil in Führungsetagen der freien Wirtschaft durch eine gesetzliche Quote fördern sollen. Anlässlich des heutigen Weltfrauentag meldet sich der Tourismuskonzern TUI und teilt mit: Die Führungspositionen bei TUI in Deutschland seien bereits zu rund 37% mit Frauen besetzt. Der Frauenanteil an der gesamten Mitarbeiterschaft betrage etwa 70%. TUI fördert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, Home-Office-Lösungen und einer eigenen Kinderkrippe am Standort Hannover. Ein Projekt „Mixed Leadership“ soll Chancengleichheit für Frauen und Männer herstellen und die Etablierung von gemischten Teams in den Führungsebenen fördern. Das Unternehmen sei durch flache Hierarchien gekennzeichnet, sagte ein Sprecher gegenüber CSR NEWS. Bei Führungskräften – Mitarbeitern mit organisatorischer, Personal- und Budgetverantwortung – sei der Frauenanteil besonders auf der zweiten und dritten Hierarchieebene hoch.

Allerdings: Blickt man bisher auf die erste Ebene – die Geschäftsführer (in einem Fall Vorstände) der TUI Deutschland GmbH und acht angeschlossener Unternehmen -, so sind von 24 Geschäftsführern nur 3 Frauen (*). Das entspricht einer Quote von 12,5%, was für die deutsche Wirtschaft immer noch gut erscheint, aber durchaus Platz nach oben lässt. Zum Vergleich: Nach Analysen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) waren 2010 in der Privatwirtschaft 27% der Führungspositionen von Frauen besetzt. In den 200 größten Unternehmen betrug ihr Anteil in Vorstandspositionen nur 3,2 Prozent.

Vor elf Jahren hatte die „Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft zur Förderung der Chancengleichheit“ Maßnahmen zur Verbesserung des Frauenanteils in Führungspositionen angekündigt. Die freiwillige Vereinbarung gilt in dieser Hinsicht als gescheitert, was die Befürworter einer gesetzlichen Frauenquote als Argument ins Feld führen.

(*) Berücksichtigt sind die Vorstände der L’TUR Tourismus AG sowie die Geschäftsführer von TUI Deutschland GmbH, GeBeCo Verwaltungsgesellschaft mbH, TUI.com GmbH, OFT REISEN GmbH, Wolters Reisen GmbH, Berge & Meer Touristik GmbH, FOX-TOURS Reisen GmbH sowie TUIfly Vermarktungs GmbH.

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