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Südafrikaner demonstrieren gegen mautpflichtige Straßen und Zeitarbeit

Johannesburg (afp) – In Südafrika haben zehntausende Menschen gegen neue mautpflichtige Straßen und Zeitarbeitsfirmen demonstriert. Allein im Zentrum von Johannesburg gingen nach Polizeiangaben am Mittwoch rund 45.000 Menschen auf die Straße. Die vom einflussreichen Gewerkschaftsverband Cosatu in insgesamt 32 Städten organisierten Kundgebungen zeigten einmal mehr die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierung.

Die wichtigsten Städte des Landes sind bereits durch gebührenpflichtige Straßen miteinander verbunden. Neue Maut-Routen betreffen nun die Region Gauteng, in der auch Johannesburg und die Hauptstadt Pretoria liegen.

Die Einführung der Maut wurde bereits drei Mal verschoben. Nachdem Unternehmen vor hohen Kosten für ihre Geschäfte und für Arbeiter gewarnt hatten, senkte die Regierung die geplante Gebühr um 40 Prozent. Die Nutzung der Straßen soll damit ab dem 30. April umgerechnet drei Cent pro Kilometer kosten.

„Wir zahlen für Benzin, wir zahlen für Autos und ihren Unterhalt und jetzt das“, empörte sich ein Demonstrant. Die Regierungspartei ANC betonte dagegen, dass die monatliche Gebühr nicht höher als 550 Rand (55 Euro) sein soll. Zudem seien Minibus-Taxis, die viele Südafrikaner auf ihrem Weg zur Arbeit nutzen, von der Maut befreit.

Die geplante Einführung der Maut in Gauteng hatte starken Protest in Südafrika ausgelöst. Viele kritische Organisationen blieben den Demonstrationen aber fern, da die Gewerkschaft das Thema mit dem Widerstand gegen Zeitarbeitsfirmen verknüpfte. Zahlreiche Unternehmen im Land greifen mittlerweile auf Zeitarbeiter zurück, die meist geringere Löhne bekommen als Vollzeitbeschäftigte.

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