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Grüne fordern zehn Euro Pfand beim Kauf von Handys

Verbraucher sollen nach dem Willen der Grünen beim Kauf von Handys künftig zehn Euro Pfand bezahlen. Die Bundesregierung solle ein „effizientes Pfandsystem für Mobiltelefone und Smartphones“ schaffen, mit dem die Wiederverwertung von Althandys gestärkt und Ressourcen geschont würden, forderte die Bundestagsfraktion der Grünen.

Berlin (afp) – Verbraucher sollen nach dem Willen der Grünen beim Kauf von Handys künftig zehn Euro Pfand bezahlen. Die Bundesregierung solle ein „effizientes Pfandsystem für Mobiltelefone und Smartphones“ schaffen, mit dem die Wiederverwertung von Althandys gestärkt und Ressourcen geschont würden, forderte die Bundestagsfraktion der Grünen am Donnerstag in Berlin in einem Antrag. Die Elektronik-Branche lehnte die Einführung eines Handy-Pfandes ab.

Da in deutschen Haushalten 83 Millionen alte Handys schlummerten, müssten für Verbraucher stärkere Anreize geschaffen werden, die Geräte zurückzugeben, erklärten die Fraktionschefs Renate Künast und Jürgen Trittin. Denkbar wäre hierzu ein Pfand in Höhe von zehn Euro beim Handy-Kauf.

Ein solches Pfandsystem für Mobiltelefone wäre jedoch nur ein Pilot-Projekt, erklärten Künast und Trittin. Ziel müsse es sein, dass insgesamt mehr alte Elektrogeräte zurückgegeben werden. Sei das Handy-Pfand erfolgreich, könne es auf weitere Produktgruppen ausgedehnt werden wie Notebooks, Tabletcomputer oder Videospiel-Konsolen.

Derzeit würden „zu wenige“ alte Elektrogeräte gesammelt und verwertet, kritisierte die Grünen-Fraktion. Vor allem bei Kleingeräten seien die Rücklaufquoten gering. Oftmals landeten diese in der Restmülltonne – oder würden in Entwicklungsländer verkauft. Dabei gingen der deutschen Wirtschaft jedoch wertvolle Rohstoffe verloren. Verbrauchern fehlten einfache Möglichkeiten, die Geräte richtig zu entsorgen. Problem sei auch, dass die Industrie immer schneller neue Produkte auf den Markt bringe und dadurch bei Verbrauchern Begehrlichkeiten wecke.

Um diesen Problemen zu begegnen, müsse es Verbrauchern ermöglicht werden, Elektroschrott nahe ihrer Wohnungen zu entsorgen, erklärten die Grünen. Wichtig sei daneben auch die Einführung einer Rücknahmepflicht des Handels für Elektrokleingeräte. Kleine Händler könnten hiervon ausgenommen werden.

Auch müssten Gerätehersteller verpflichtet werden, Produkte so zu gestalten, dass diese leicht repariert werden können und lange halten, forderten Künast und Trittin. Auch müsse eine einfache und möglichst vollständige Verwertbarkeit eingefordert werden. Zudem solle der gesetzliche Gewährleistungsanspruch von Verbrauchern bei Elektroprodukten von derzeit 24 Monaten auf einen größeren Zeitraum ausgedehnt werden.

Die illegale Ausfuhr von Elektroschrott hingegen müsse eingedämmt werden, forderten Künast und Trittin. Es brauche eine national gültige Beweispflicht für Exporteure, dass Elektroschrott tatsächlich zur Reparatur oder zum Recycling ausgeführt werde.

Aus Sicht der Elektro-Branche ist der Vorstoß der Grünen „genau der falsche Weg“. Ein solches Pfand drohe, bestehende Rücknahmesysteme zu zerstören, erklärte Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Bitkom. Viele Handynetz-Betreiber nehmen alte Mobiltelefone zurück – entweder per Post oder direkt in Filialen. Zudem stehe der entstehende bürokratische Aufwand „in keinem Verhältnis zum angestrebten Nutzen“.

Programme von Handygesellschaften zur Inzahlungnahme alter Handys zeigten, „dass so gut wie niemand ein funktionsfähiges Handy zurückgibt, nur weil er dafür ein paar Euro bekommt“, erklärte Rohleder. Ein Handy-Pfand laufe „im besten Fall ins Leere“. Im schlechtesten Fall halte es Verbraucher von der Rückgabe sogar ab, erklärte der Bitkom-Hauptgeschäftsführer.

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