Nachrichten

Lufthansa schließt Biokraftstoff-Flüge erfolgreich ab

Frankfurt (afp) – Die Lufthansa hat ihre Tests mit dem Einsatz von Biokraftstoff im regulären Flugbetrieb erfolgreich abgeschlossen. „Biokerosin kann wie erwartet problemlos im Flugbetrieb eingesetzt werden“, erklärte Joachim Buse, bei der Lufthansa Vizechef für den Bereich Biotreibstoff, am Freitag in Berlin. Die bislang rund 1200 Testflüge auf der Strecke Frankfurt am Main – Hamburg von Juli bis Dezember 2011 seien „alle positiv“ verlaufen. Es habe nachgewiesen werden können, dass Biokerosin keinen größeren Schadstoffausstoß erzeuge als herkömmlicher Treibstoff.

Die Lufthansa hatte für den Test einen Airbus A321 umgebaut, damit dieser mit Biokerosin betankt werden kann. Die Maschine flog im Untersuchungszeitraum acht Mal pro Tag zwischen Frankfurt und Hamburg. Ein Triebwerk wurde dabei zur Hälfte mit Biokerosin betrieben. Ersten Berechnungen der Lufthansa und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zufolge betrugen die Kohlenstoffdioxid-Einsparungen in der sechsmonatigen Testphase rund 1500 Tonnen.

In beiden Triebwerken der Maschinen seien „ähnliche Stickoxid- und Kohlenmonoxid-Werte gemessen“ worden, erklärte der Leiter des Stuttgarter DLR-Instituts für Verbrennungstechnik, Manfred Aigner. Untersuchungen ergaben demnach zudem, dass es in Tanks, an den Treibstoffleistungen zu den Triebwerken und an Dichtungen keine Veränderungen durch den Biokraftstoff festgestellt worden seien.

Die Lufthansa hatte das Projekt im Herbst 2010 angekündigt. Als nach eigenen Angaben erste Fluggesellschaft weltweit wollte der Konzern dabei Biokraftstoff im normalen Flugbetrieb einsetzen. Die Studie wurde vom Bundeswirtschaftsministerium mit 2,5 Millionen Euro gefördert. Die Lufthansa stößt mit ihrer Flotte früheren Angaben zufolge pro Jahr rund 27 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid aus.

Kommentar

  • Der Flugverkehr ist gewiss einer der wichtigsten Bereiche, in denen CO2-Ausstoß reduziert werden muss. Jedoch kann Biokerosin nicht die Antwort sein. Die Nutzung von Land zum Anbau von Treibstoff anstatt Nahrungsmitteln ist in Zeiten einer globalen Ernährungskrise schlicht und einfach pervers.

Hinterlassen Sie einen Kommentar