Nachrichten

BMW sucht Lösung im Streit um Zeitarbeiter im Werk Leipzig

München (afp) – Im Streit um die Beschäftigung von Leiharbeitern im Leipziger BMW-Werk will der Autokonzern einer Gerichtsentscheidung zuvor kommen und sucht nach einer einvernehmlichen Lösung mit dem Betriebsrat. “Wir führen derzeit intensive und vertrauensvolle Gespräche mit den Arbeitnehmer-Vertretern”, sagte Personalvorstand Harald Krüger dem Branchenblatt “Automobilwoche” laut einem Vorabbericht vom Sonntag. “Wir müssen gemeinsam unsere Krisen- und Wachstumsflexibilität sicherstellen. Das ist auch wichtig für unsere Beschäftigungssicherung.”

Für BMW sei Zeitarbeit neben Zeitarbeitskonten und Schichtmodellen ein wichtiges Flexibilisierungsinstrument. Gegenstand der Gespräche sei nicht nur Leiharbeit, sondern die Gesamtflexibilität, betonte Krüger. “Auch ein Betriebsrat möchte, dass die Jobs der Stammmannschaft in einer Krise sicher sind.” Beide Seiten hätten Interesse daran, hierzu ein Einvernehmen zu erzielen.

Der Betriebsrat des Leipziger Werkes hatte Ende 2011 die Zustimmung zur Einstellung neuer Leiharbeiter verweigert, da bereits über 40 Prozent der Beschäftigten Leiharbeiter seien. Dagegen klagte BMW vor dem Leipziger Arbeitsgericht, das in einem ersten Verfahren der Einstellung von zunächst 33 Leiharbeitnehmern zustimmte. In weiteren Verfahren steht die Gerichtsentscheidung noch aus, insgesamt geht es um etwa 1100 Leiharbeiter.

Derzeit beschäftigt das Leipziger Werk laut IG Metall etwa 2800 Stammkräfte und 1100 Leiharbeiter. Der Betriebsrat will mehr unbefristete Festanstellungen erreichen.