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Weltwasserforum im südfranzösischen Marseille eröffnet

Paris (afp) – Der französische Regierungschef François Fillon hat am Montag in der Hafenstadt Marseille das sechste Weltwasserforum eröffnet, das sich bis Samstag mit dem weltweiten Problem der Wasserknappheit befasst. Fillon wies in seiner Rede darauf hin, dass Milliarden Menschen kein sauberes Wasser hätten, die Zahl der Toten durch verunreinigtes Wasser gehe in die Millionen. „Diese Situation ist nicht hinnehmbar“, sagte der Regierungschef bei dem alle drei Jahre stattfindenden Treffen, das diesmal unter dem Motto „Zeit für Lösungen“ steht.

„Wir müssen die heutige Zugangskrise überwinden und drohende Wasserknappheit abwenden“, forderte die parlamentarische Staatssekretärin im Berliner Entwicklungsministerium, Gudrun Kopp, die die deutsche Delegation leitet. Nach UN-Schätzungen werden im Jahr 2025 zwei Drittel der Weltbevölkerung von Wasserknappheit betroffen sein.

Ab Mittwoch haben Nicht-Regierungsorganisationen wie Attac zu einem alternativen Wasserforum eingeladen. Sie kritisieren das offizielle Treffen als „große Lobby-Veranstaltung der Wasser- und Energiewirtschaft“, wie Dorothea Härlin vom europäischen Attac-Wassernetzwerk Aquattac am Montag erklärte. Attac nannte insbesondere die französischen Wasserversorgungsunternehmen Veolia und Suez, die das Weltwasserforum mitorganisiert und die Abschlusserklärung vorformuliert hätten.

Die Nicht-Regierungsorganisationen rechnen bei der Gegenveranstaltung mit rund 2000 Teilnehmern, zu dem offiziellen Treffen sollen rund 20.000 Menschen aus 140 Staaten kommen.