Nachrichten

Scheidender Manager: Goldman Sachs nimmt Kunden aus

Washington (afp) – Ein scheidender Manager der US-Investmentbank Goldman Sachs hat ein “verseuchtes und zerstörerisches” Klima in dem Unternehmen beklagt. Das Finanzinstitut sei mittlerweile darauf fokussiert, Kunden auszunehmen, um selbst mehr Geld zu verdienen, schrieb der Vorstand Greg Smith in einem Beitrag für die “New York Times” vom Mittwoch, seinem letzten Arbeitstag bei Goldman Sachs. “Die Interessen der Kunden werden bei der Art und Weise, wie die Firma handelt und über das Geldverdienen denkt, mehr und mehr beiseitegeschoben”, fasst Smith seine Kritik zusammen.

“Ich kann ehrlich sagen, dass das Arbeitsumfeld nun so verseucht und zerstörerisch ist, wie ich es noch nie erlebt habe”, schrieb Smith. Verantwortlich dafür seien Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein und der Verwaltungsrat-Vorsitzende Gary Cohn. Diese hätten “die Firmenkultur aus den Augen verloren”. Führende Goldman-Sachs-Banker rühmten sich mittlerweile intern damit, Kunden abgezockt zu haben und bezeichneten diese als “Deppen”.

Goldman Sachs hatte 2010 ein Rekord-Bußgeld an die Börsenaufsicht SEC zahlen müssen. Das Institut hatte an Kunden faule Immobilienkredite verkauft und gleichzeitig darauf gewettet, dass diese an Wert verlieren würden. Erst im Februar wurde die Bank von einem Richter für einen eklatanten Interessenskonflikt bei der Übernahme der Energiefirma El Paso durch den Konkurrenten Kinder Morgan getadelt.