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Eierwirtschaft schlägt wegen “ruinösen” Wettbewerbes Alarm

Berlin (afp) – Die deutsche Eierwirtschaft hat vom Handel höhere Abnahmepreise für ihre Waren gefordert. Wegen des extrem verknappten Angebots in Europa und den anhaltend hohen Preisen in der Eierbeschaffung müsse der Lebensmittelhandel umgehend aus den bestehenden langfristigen Verträgen aussteigen und den Erzeugern einen angemessenen Preis zahlen, forderte Thomas Janning, der Geschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) am Montag in Berlin. “Diese ruinöse Marktsituation muss so schnell wie möglich beendet werden.”

Seit dem 1. Januar ist in der Europäischen Union die Käfighaltung verboten. Damit gilt auch ein Verkaufsverbot für Eier aus Käfighaltung. Weil in mehreren EU-Staaten aber noch Käfighaltung praktiziert wird, dürfen diese Eier nicht mehr in den Verkauf kommen und haben so zu einer Verknappung des Angebots geführt.

Nach den Angaben der Eierwirtschaft sind die Erzeuger durch die langfristigen Verträge mit dem Handel an ein bestimmtes Preisniveau gebunden. Dies führe dazu, das die Einkaufspreise von Eiern um bis zu 50 Prozent über den Verbraucherpreisen im Supermarkt oder beim Discounter lägen. “Nirgends in Europa sind die Eier billiger als im deutschen Discounter”, erklärte Janning.

In der Folge würden inzwischen auch Großverbraucher wie Restaurants ihren Bedarf im Supermarkt statt beim Eierhandel decken. Dies führe dazu, dass die Erzeuger erhebliche zusätzliche Mengen an den Handel liefern müssten. Diese Eier müssten aber zu drastisch gestiegenen Preisen zugekauft werden. Weil die Eierwirtschaft diese Marktsituation aber nicht beeinflussen könne, sei nach ihrer Auffassung die Geschäftsgrundlage mit dem Handel weggefallen.