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Konsumriese Kirche soll nachhaltiger werden: ökofairer Weihrauch als Zukunftsvision

Die Kirche ist „ein Konsumriese, der noch einiges nachzuholen hat“. Das sagte der Pressesprecher des Bundes der Katholischen Jugend, Michael Kreuzfelder, in Köln vor Journalisten. Der BDKJ stellte dort seine neue Website www.kritischerkonsum.de vor.

Köln (csr-news) – Die Kirche ist „ein Konsumriese, der noch einiges nachzuholen hat“. Das sagte der Pressesprecher des Bundes der Katholischen Jugend (BDKJ), Michael Kreuzfelder, am 21. März in Köln vor Journalisten. Der BDKJ stellte dort seine neue Website www.kritischerkonsum.de vor. Bürger, Verwaltungen und die Kirchen selbst sollen dort Informationen dazu finden, wie sie durch einen verantwortungsbewussten Einkauf Fairness und Nachhaltigkeit fördern können. Der BDKJ wolle „sensibel machen für das Thema: Wie kann ich so einkaufen, dass es ok ist für Mensch und Umwelt?“, sagte Kreuzfelder. So könne er sich vorstellen, dass die Kirche in Zukunft auch ihren Weihrauch ökofair beschafft. Der BDKJ-Bundesvorsitzende Dirk Tänzler schätzt das jährliche Einkaufsvolumen der evangelischen und katholischen Kirchen auf 60 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Das Einkaufsvolumen der öffentlichen Hand liegt bei 360 Milliarden Euro. „Wir wollen Bildungsarbeit leisten“, so Tänzler. Angesichts eines unüberschaubaren Siegeldschungels brauchten Konsumenten Orientierung. Die Kirchen sollten etwa bei ihren Großveranstaltungen auf einen nachhaltigen Einkauf achten – etwa bei den Merchandising-Produkten, forderte Tänzler.

Mit dem, was die Kirchen bisher an Nachhaltigkeit in ihrer Einkaufspolitik umgesetzt haben, zeigten sich die Anwesenden unzufrieden. Die für die Gestaltung der neuen Website verantwortliche BDKJ-Mitarbeiterin, Susanne Rauh, verwies auf eine Studie aus dem evangelischen Raum, nach der in Gemeinde-Cafés nur zu vier Prozent fair gehandelter Kaffee zum Einsatz käme. „Das ist ein Skandal, das kann so nicht bleiben“, sagte Rauh. Die Website www.kritischerkonsum.de biete speziell für Jugendliche aufbereitete Hintergrundinformationen, Alltagstipps für den fairen Einkauf und sie stelle Engagementmöglichkeiten vor. Zudem werden dort monatliche wechselnde Kampagnen lanciert, die jeweils eine Produktgruppe in den Mittelpunkt stellen.

Auf der Veranstaltung berichtete der kolumbianische Gewerkschafter Carlos Olaya von der Lebensmittelgewerkschaft SINALTRAINAL über Behinderungen und Angriffe durch Unternehmen, die Regierung und Guerillagruppen. (Bericht folgt)

Foto: BDKJ-Vorsitzender Dirk Tänzler

Ergänzende Informationen zum Thema „Kirchen“ lesen Sie hier auf CSR-SEARCH.NET.

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