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Taugen Gemeinnützige als „Diener“ für Cause Related Marketing?

Bei Cause Related Marketing-Programmen wirbt ein Unternehmen dafür, dass ein (meist sehr kleiner) Anteil am Verkaufserlös eines Produktes für einen gemeinnützigen Zweck an eine gemeinnützige Organisation (NPO – Non Profit Organisation) geht. Eine Frage in der XING-Gruppe CSR Professional hat dazu eine lebendige Expertendiskussion angestoßen.

Hückeswagen (csr-news) – Bei Cause Related Marketing-Programmen wirbt ein Unternehmen dafür, dass ein (meist sehr kleiner) Anteil am Verkaufserlös eines Produktes für einen gemeinnützigen Zweck an eine gemeinnützige Organisation (NPO – Non Profit Organisation) geht. „Aktuell bin ich in der Diskussion, ob Cause Related Marketing als Chance für Non-Profit Organisationen zu sehen ist, die auf Spendengelder angewiesen sind. Denken Sie, es ist von Seiten NPOs ethisch/moralisch zu vertreten, oder sollte man die zum Teil noch eher nicht ganz durchdachten – Greenwashing anmutenden – CRM-Kampagnen besser meiden?“ Mit dieser Frage in der XING-Gruppe CSR Professional hat Steffi Kunzelnick von „Anpfiff ins Leben“ eine lebendige Expertendiskussion angestoßen. Wissen wollte sie zudem woran sich der „Unterschied zwischen guten CSR Aktivitäten und CRM festmachen“ lässt.

Caroline Zamor von TransFair (Fairtrade Deutschland) rät NPOs, sehr gut zu prüfen, an wen sie sich binden. „Auf der anderen Seite kann man sich von Cause Related Marketing-Aktionen inspirieren lassen, die gut geplant, durchgeführt und nachhaltig sind“, so Zamor. Als Beispiele nennt sie „Enlightended Warsaw“ von RWE Polen und „Share your Meal“ von Danone. Zamor weiter: „Eine gute Aktion sollte gewürdigt werden. Ich muss auch sagen, dass sich gerade Deutschland oft schwer tut.“

Johannes Feldmann von der UmweltBank rät zu einem sehr vorsichtigen Umgang mit CSR: „Denken Sie daran, dass Image-Bildung in beide Richtungen abläuft. Das heißt, ihr CRM-Partner wird nicht nur mit Ihrem positiven Image in Verbindung gebracht, sondern ihre Organisation auch mit dem Wirtschaftspartner. Das kann sich je nach Partner sehr negativ auswirken.“ CRM sei ein verkaufsförderndes Instrument, nichts weiter, und damit insgesamt eine fragwürdige Konstruktion. „Wenn es dem Unternehmen darum ginge, ‚das Richtige‘ zu tun, könnte es dies auch ohne es an Verkäufe zu koppeln“, meint Feldmann.

Für Lars C. Hochmann von der Universität Flensburg hängt der Unterschied zwischen guten CSR-Aktivitäten und CRM an der Frage nach Gesinnung oder Verantwortung: „Ist der Wert der Handlung abhängig von der Intention, der Absicht mit der sie ausgeführt wird, oder rekurriert er einzig auf deren Konsequenzen? Abgesehen von einer sprachlichen Nähe lässt sich nach meinem Dafürhalten aus diesem Blickwinkel kaum eine Gemeinsamkeit von CSR und CRM festmachen“, so Hochmann.

Die Diskussion finden Sie im Forum „Cause Related Marketing“. Beteiligen Sie sich und bringen Sie Ihre Positionen und Ihre Expertise in die Diskussion ein.

Hier geht es zu der XING-Gruppe CSR Professional.