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Bund schreibt erstmals Regeln für Kaninchenhaltung vor

Berlin (afp) – Die Haltung von Mast- und Zuchtkaninchen in gewerblichen Betrieben soll erstmals gesetzlich geregelt werden. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) leitete den Bundesländern und Verbänden einen entsprechenden Verordnungsentwurf zu, wie ihr Ministerium am Freitag mitteilte. Demnach sollen die Regeln etwa zur Mindestgröße der Ställe oder Bodengestaltung noch in diesem Jahr in Kraft treten. Familien, die für ihre Kinder Kaninchen als Haustiere angeschafft haben, sind davon aber nicht betroffen. Die Verordnung beziehe sich nur auf Betriebe, sagte ein Sprecher Aigners.

„Die Haltungsregeln für die Mast- und Zuchtkaninchen sind eine weitere Etappe auf dem Weg zu mehr Tierschutz“, erklärte Aigner. Haltungssysteme sollten künftig insgesamt stärker an die Bedürfnisse der Tiere angepasst werden. Nach dem Verordnungsentwurf müssen die Mast- und Zuchtkaninchenbetriebe künftig auch das typische Bewegungsverhalten von Kaninchen wie deren Hoppel-Sprünge und die aufgerichtete Haltung berücksichtigen. So müsse der Boden in den Ställen künftig mit rutschfesten, trittsicheren Unterlagen sowie trockenen Liegeflächen ausgestattet sein.

Weil Kaninchen ein ausgeprägtes Sozialverhalten haben, dürfen sie nicht isoliert gehalten werden. Außerdem müssen die Tiere Zugang zu Stroh, Heu und geeignetem Nagematerial bekommen. Außerdem wird es Vorgaben für die Beleuchtung und Raumtemperatur der Ställe geben. Die Halter müssen auch ein genaueres Auge auf die Kaninchen haben und sie mindestens zwei Mal am Tag anschauen. Teilweise werden die Vorschriften Neu- und Umbauten der Ställe erfordern, teilte das Ministerium mit. Bei bestehenden Anlagen soll den Haltern deshalb eine Übergangsfrist von bis zu acht Jahren eingeräumt werden, bis sie die Maßnahmen umgesetzt haben müssen.

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