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„Spiegel“: GM will verstärkt in „Niedrig-Kosten-Ländern“ Autos bauen

Hamburg (afp) – Der US-Autobauer General Motors (GM) erwägt laut einem Bericht des „Spiegel“ nicht nur die Schließung der Werke in Bochum und im britischen Ellesmere Port, sondern will seine Autos künftig verstärkt in „Niedrig-Kosten-Ländern“ bauen. Einem GM-Strategiepapier zufolge sollen die Kapazitäten in Polen, Russland, China, Indien, Mexiko und Brasilien ausgebaut werden, berichtete der „Spiegel“ in seiner neuesten Ausgabe.

So solle die Produktionskapazität im polnischen Gliwice, wo der Astra montiert werde, um 25 Prozent erhöht werden. Gleichzeitig solle die Fertigung des Opel Zafira in Bochum spätestens im Jahr 2015 geschlossen werden, berichtete der „Spiegel“ unter Berufung auf das Strategiepapier „Global Assembly Footprint“. Der europäische Markt soll demnach zunehmend mit Autos aus Fabriken in „Niedrig-Kosten-Ländern“ bedient werden. So sollen bis 2016 zusätzlich 300.000 Fahrzeuge aus Werken in Mexiko, Korea und China nach Europa exportiert werden.

Dem Bericht zufolge will der US-Konzern gleichzeitig weltweit seine Modellpalette zusammenstreichen. So sehe das Strategiepapier vor, die Zahl der Fahrzeugplattformen bis 2018 von derzeit 30 auf weniger als die Hälfte zu verringern. Modelle, die speziell für einen Markt wie Europa entwickelt werden, soll es demnach kaum noch geben.

Opel-Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke hatte in der „Bild“ vom Samstag Berichte über unmittelbar bevorstehende Werksschließungen in Europa zurückgewiesen. „Wir haben eine klare Standortsicherung bis Ende 2014 und die gilt“, sagte der Opel-Chef der Zeitung. Bei einer Aufsichtsratssitzung am kommenden Mittwoch stehe „keine Entscheidung zu Werkschließungen auf der Tagesordnung“.

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