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Nachfrage nach Autos mit alternativen Antrieben steigt kaum

Duisburg/Essen (afp) – Die Autobranche in Deutschland kommt trotz langfristig steigender Spritpreise beim Verkauf von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben einer Studie zufolge nicht voran. Auch im Januar und Februar seien 99,0 Prozent der in Deutschland zugelassenen Neuwagen Diesel oder Benziner gewesen, erklärte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen am Montag. Damit habe der Absatz von Autos mit alternativen Antrieben wie Erdgas, Autogas, Ethanol, Strom oder Hybridantrieben auf Höhe der durchschnittlichen Verkäufe der vergangenen Jahre gelegen.

„Wir treten mit alternativen Antrieben auf der Stelle“, erklärte Dudenhöffer. Die „einseitige Ausrichtung“ der Autobranche auf den Verkauf von Autos mit Diesel- oder Benzinmotor „scheint zementiert“.

Teils breche der Absatz von Pkw mit alternativen Antrieben sogar ein, erklärte Dudenhöffer. Seien 2006 etwa noch fast 11.900 Autos mit Erdgas-Antrieb verkauft worden, seien es 2011 gerade einmal noch knapp 6.300 gewesen. Auch bei Flüssiggas-Fahrzeugen sei der Absatz deutlich eingebrochen. Im Jahr 2008 seien noch 14.200 Stück verkauft worden, 2011 waren es noch knapp 4900. Für beide Antriebsformen war 2008, als die Spritpreise Rekordstände erreichten, das bislang erfolgreichste Jahr.

Bei Elektroautos steige der Absatz zwar deutlich, erklärte Dudenhöffer. 2011 seien rund 2000 Stück verkauft worden. Die Verkaufszahlen liegen demnach jedoch noch deutlich unter denen von Erd- oder Flüssiggas-Fahrzeugen. Die Bundesregierung will bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße bringen.

Im vergangenen Jahr wurden den Angaben zufolge zudem knapp 11.900 Hybridfahrzeuge verkauft – auch hier steigen die Verkaufszahlen. Bei Autos mit Ethanolantrieb setzte die Branche im vergangenen Jahr rund 3000 Stück ab.

Das Geschäft mit alternativen Antrieben gehöre den ausländischen Herstellern, erklärte Dudenhöffer. Diese hätten im Januar und Februar einen Marktanteil von 82 Prozent auf sich vereint. „Audi, BMW, Mercedes, Porsche, Ford, Opel, VW spielen offensichtlich nicht in der Liga der alternativen Antriebe“, erklärte Dudenhöffer, Direktor der Center Automotive Research an der Uni Duisburg-Essen.

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