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Apple-Zulieferer Foxconn verspricht Besserung

Taipeh/Washington (afp) – Nach harscher Kritik an den Arbeitsbedingungen in seinen Fabriken in China hat Apple-Zulieferer Foxconn Besserung gelobt. Foxconn werde die Missstände zusammen mit Apple beheben, kündigte der taiwanische Konzern am Freitag an. Die Arbeitsrechtsorganisation Fair Labor Association (FLA) aus den USA hatte zuvor bestätigt, dass in den chinesischen Foxconn-Fabriken gegen Arbeitsrechtsvorschriften verstoßen wird.

Experten der FLA hatten seit Mitte Februar mit Einverständnis von Apple die Arbeitsbedingungen bei Foxconn in China untersucht und dabei nach eigenen Angaben auch 35.000 Beschäftigte befragt. Der taiwanische Konzern ist einer der wichtigsten Zulieferer von Apple und lässt das iPhone und den iPad in China zusammenschrauben. Er war weltweit in die Schlagzeilen geraten, weil sich 2010 mehrere Beschäftigte in den Tod gestürzt hatten.

Die FLA bestätigte nun nach der Überprüfung von drei Foxconn-Werken in China „große Probleme“: Die maximale Wochenarbeitszeit von 76 Stunden in der Volksrepublik werde oft nicht eingehalten, manche Arbeiter müssten mehr als sieben Tage am Stück arbeiten, ohne ihren garantierten freien Tag pro Woche zu bekommen. Zudem klagten die Beschäftigten über Gesundheits- und Sicherheitsgefahren sowie mangelnde Informationen.

Apple habe sich gegenüber der FLA verpflichtet, die Arbeitszeit auf das gesetzlich vorgeschriebene Maß zu reduzieren, ohne die Bezahlung zu kürzen, sowie den Gesundheitsschutz und die Sicherheitsvorkehrungen zu verbessern, erklärte die Arbeitsrechtsorganisation. Außerdem habe Apple zugesichert, den Beschäftigten „tatsächlich“ die Möglichkeit zu geben, sich zu beschweren. Die FLA werde nachprüfen, ob sich Apple und Foxconn auch an ihre Versprechen hielten, erklärte die Organisation in Washington.

Foxconn erklärte am Freitag, die Beschäftigten seien „unser größtes Plus“. Der Konzern fühle sich verpflichtet, ihnen eine sichere, zufriedenstellende und gesunde Arbeitsumgebung zu bieten. Foxconn ist der weltgrößte Elektronikhersteller und fertigt nicht nur für Apple, sondern auch für viele andere große Computer- und Handyproduzenten.

Die Veröffentlichung der FLA-Untersuchung erfolgte nur kurz nach einem Treffen von Apple-Chef Tim Cook mit Chinas Vize-Regierungschef Li Kequiang in Peking. Li hatte Cook am Dienstag offiziellen chinesischen Medien zufolge zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben in China ermahnt.

Am Montag berichtet CSR NEWS ausführlich zu den Untersuchungsergebnissen der FLA bei Foxconn.

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