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Ikea Frankreich räumt Fehler ein und kündigt Konsequenzen an

Paris (afp) – Nach dem Vorwurf der Bespitzelung von Mitarbeitern und Kunden hat Ikea Frankreich schwere Fehler eingeräumt und Konsequenzen in seiner Personalführung angekündigt. Die beanstandeten Praktiken seien „inakzeptabel“ und „untragbar“, sagte Ikea-Chef Stefan Vanoverbeke der Nachrichtenagentur AFP in Paris. Der Möbelriese hatte interne Untersuchungen zu den Vorwürfen angestrengt, die Justiz ermittelt bereits in dem Fall.

„Wir haben festgestellt, dass es Praktiken bei Ikea Frankreich gab, die weder unseren Werten noch unseren ethischen Standards entsprechen“, sagte Vanoverbeke. Er bedauere dies sehr. Um das Vertrauen unter den Mitarbeitern, den Gewerkschaftern des Konzerns sowie bei den Kunden wieder herzustellen, sollten nun die Führungsstruktur geändert und unter anderem mehr Transparenz bei der Rekrutierung von Mitarbeitern geschaffen werden.

Ikea Frankreich steht seit Wochen im Mittelpunkt eines Skandals um eine groß angelegte Bespitzelung von Mitarbeitern und sogar von Kunden. Die französische Justiz untersucht den Vorwurf, dass Ikea mit privaten Sicherheitsleuten zusammenarbeitete. Diese sollen dem Möbelhaus Informationen aus der zentralen Polizeikartei, aus der Kfz-Zulassungsstelle oder aus dem Führerschein-Register übermittelt haben. Dabei sollen nicht nur Bewerber oder Angestellte ausgespäht worden sein, sondern auch Gewerkschafter und sogar Kunden im Fall einer geschäftlichen Auseinandersetzung.

Wegen der Vorwürfe wurde Mitte März auch die Zentrale von Ikea Frankreich in der Nähe von Paris durchsucht. An der systematischen Bespitzelung soll teils der langjährige Unternehmenschef Jean-Louis Baillot beteiligt gewesen sein.

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