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Nachhaltige Finanzprodukte auf Herz und Nieren prüfen

Der Markt für nachhaltige Geldanlagen in Deutschland wächst. 2010 hatten Anleger 57 Milliarden Euro in Finanzprodukte mit ökologischer, ethischer oder sozialer Schwerpunktsetzung investiert. Doch empfiehlt es sich, solche Anlagen genau zu prüfen.

Frankfurt/Main (afp) – Der Markt für nachhaltige Geldanlagen in Deutschland wächst. 2010 hatten Anleger 57 Milliarden Euro in Finanzprodukte mit ökologischer, ethischer oder sozialer Schwerpunktsetzung investiert. Doch empfiehlt es sich, solche Anlagen genau zu prüfen. Denn nicht alle Produkte, die als nachhaltig beworben werden, verzichten etwa auf Investitionen in Atomkraft, Rüstung oder Ölindustrie – wie jetzt eine Studie der Grünen zeigte.

Was sind nachhaltige Geldanlagen?

Nachhaltige Geldanlagen sind Anlagen, die sich in ihrer Strategie an ökologischen, sozialen oder ethischen Aspekten orientieren. Das heißt: Sie schließen etwa Investitionen in Unternehmen aus, die bestimmte ökologische, soziale oder ethische Kriterien nicht erfüllen. Ein Problem für Anleger ist jedoch, das nirgends festgelegt ist, was genau unter Nachhaltigkeit bei Geldanlagen zu verstehen ist. Hier können die Maßstäbe von Anbieter zu Anbieter und von Geldanlage zu Geldanlage variieren. Nicht selten investieren etwa als nachhaltig beworbene Fonds auch in Atom-, Öl- oder Rüstungskonzerne.

Wie können Anleger sichergehen, dass ihr Geld nachhaltig angelegt wird?

Da es keine festen Richtlinien gibt, was genau unter Nachhaltigkeit zu verstehen ist, hilft Anlegern nur, eine bestimmte Geldanlage genau dahingehend zu prüfen, ob diese den eigenen Anforderungen entspricht. Dies kann sehr aufwändig sein, etwa bei Fonds, die in Aktien einer Vielzahl von Unternehmen investieren. Hier wäre es nötig, sich beim Fondsanbieter einen Überblick über die Firmen zu verschaffen, und diese dann einzeln etwa mittels der Firmen-Seiten im Internet oder mittels Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichten unter die Lupe zu nehmen.

Welche nachhaltigen Anlageformen gibt es?

Das Angebot ist ähnlich vielfältig wie bei herkömmlichen Geldanlagen. So gibt es etwa nachhaltige Spar-, Tages- und Festgeldkonten. In Frage kommen auch Aktien nachhaltig orientierter Unternehmen, Anleihen oder sonstige Beteiligungen. Daneben gibt es Investmentfonds oder Zertifikate. Vom nachhaltig angelegten Geld deutscher Privatanleger entfiel 2010 der größte Teil auf Bankeinlagen wie Tages- und Festgeld.

Wo werden Anlegern nachhaltige Finanzprodukte angeboten?

Nachhaltige Geldanlagen werden von Spezialanbietern angeboten, aber auch von herkömmlichen Kreditinstituten wie Geschäfts- und Genossenschaftsbanken sowie Sparkassen. Spezialanbieter sind etwa Ethik-, Umwelt- und Nachhaltigkeits-Banken oder kirchliche Institute.

Wie sind die Renditen nachhaltiger Geldanlagen?

Vertreter der Finanzbranche betonen immer wieder, dass sich auch mit nachhaltigen Geldanlagen marktübliche Renditen erzielen lassen – also ähnliche Renditen wie bei herkömmlichen Geldanlagen. Hier wie dort gilt aber das Prinzip: Die Renditechancen wachsen mit dem Risiko. Am niedrigsten sind die Zinsen bei risikoarmen Bankeinlagen wie Tages- oder Festgeld. Hohe Gewinne wiederum können mit den Aktien einzelner Firmen erzielt werden. Dafür geht der Anleger aber auch ein größeres Wagnis ein.