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NGOs: Glencore profitiert von Kinderarbeit

Zürich (afp) – Der Schweizer Rohstoffriese Glencore profitiert nach Darstellung zweier Nichtregierungsorganisationen von Kinderarbeit und extrem schlechten Sicherheitsvorkehrungen in Minen in der Demokratischen Republik Kongo. Glencore kaufe über Zwischenhändler Kupfer, „das unter prekären Bedingungen und von Kindern abgebaut wurde“, erklärten die Organisationen Brot für Alle und Fastenopfer am Montag. Glencore wies die Anschuldigungen zurück.

In der Kritik der NGOs steht der Tagebau Tilwezembe, der zur Glencore-Tochter Kamoto Copper Company (KCC) gehört. Das Unternehmen selbst baut dort derzeit aber keine Rohstoffe ab. Stattdessen würden „auf dem Minengelände rund 1600 Kleinschürfer auf eigene Faust Rohstoffe abbauen“, erklärten die Organisationen. Mehr als ein Drittel der Betroffenen sei minderjährig.

Die Zustände in den Minen seien „menschenunwürdig“, erklärten Brot für Alle und Fastenopfer nach Recherchen vor Ort. „Mit nackten Händen und ohne Sicherheitsvorkehrungen“ stiegen die Schürfer in bis zu 80 Meter tiefe Schächte hinunter. Die unter diesen Bedingungen abgebauten Rohstoffe gelangten „über verschiedene Zwischenhändler in den Besitz von Glencore“.

Glencore betonte, die Mine Tilwezembe ruhe derzeit. Mitte 2010 seien dort aber „über Nacht hunderte Kleinschürfer eingefallen“, mit deren Glencore in keinerlei Verbindung stehe. Der Konzern stehe mit der Regierung des Kongo in Verbindung, um die Situation zu klären. Von einer Räumung des Tagesbaus sei bislang aber abgesehen worden, da dies bei anderen Minen und anderen Unternehmen in der Vergangenheit zu Gewalt und sogar Todesopfern geführt habe.

Sollte Glencore tatsächlich Rohstoffe aus der Mine weiterverarbeiten, so „wären wir sehr betroffen“, erklärte der Konzern. Glencore unternehme „jede mögliche Anstrengung“, um dies zu vermeiden und habe dafür ein ausgeklügeltes und sicheres System. Dem Unternehmen seien keinerlei Beweise vorgelegt worden, die das Gegenteil bewiesen.

Der Nachhaltigkeitsbericht von Glencore als e-report und zum Download (in Englisch)