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Nestlé weist Foodwatch-Vorwürfe zu Kinderprodukt-Werbung zurück

Frankfurt/Main (afp) – Der weltgrößte Nahrungshersteller Nestlé hat die Kritik der Verbraucherorganisation Foodwatch an seiner Werbung für Kinderlebensmittel zurückgewiesen. Die Vorwürfe entbehrten „jeder Tatsache“, schrieb Nestlé-Deutschland-Chef Gerhard Berssenbrügge am Donnerstag in einem Antwortbrief an die Verbraucherorganisation. Es sei „unverständlich“, wie Foodwatch trotz intensiver Recherchen zu dem Schluss kommen können, Nestlé verstoße mit seiner Werbung und seinem Produktmarketing gegen selbstauferlegte Beschränkungen.

Foodwatch hatte Nestlé am Mittwoch in einem Brief vorgeworfen, mit der Vermarktung von Kinderprodukten gegen selbstauferlegte Beschränkungen zu verstoßen. Nestlé werbe mit Comicfiguren und Trickfilmen in einer für Kinder besonders ansprechenden Form. Zudem kritisierte Foodwatch, dass Nestlé auch an Schulen aktiv ist. Bei einem großen Teil des Angebotes an Kinderprodukten oder Produkten, die Nestlé gegenüber Kindern vermarkte, handelt es sich nach Angaben der Verbraucherorganisation um „süße Snacks“, die nur in kleinen Menge verzehrt werden sollten. Unter anderem Frühstücksflocken enthielten viel Zucker.

Nestlé sei sich bewusst, dass an Kinder gerichtete Werbung in der Öffentlichkeit kritisiert werde, schrieb Deutschland-Chef Berssenbrügge. Genau aus diesem Grund habe sich der Konzern selbst „strenge interne Richtlinien“ zur Kommunikation gegenüber Kindern auferlegt und sich auf europäischer Ebene „zu einem verantwortungsbewussten Marketing gegenüber Kindern verpflichtet“. Diese Selbstverpflichtung aus dem Jahr 2009 sei auch unabhängig überprüft worden. Die Überprüfung habe „keine Verstöße von Nestlé in Deutschland“ ergeben.

Grundsätzlich richte Nestlé keine Werbung an Kinder unter sechs Jahren, schrieb Berssenbrügge. Für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren würden nur Produkte mit einem Nährwertprofil beworben, das „den Bedürfnissen dieser Altersgruppe entspricht“. Zudem sei klar, dass bestimmte Lebensmittel „nicht dafür gedacht sind, ausschließlich oder in großen Mengen gegessen zu werden“. Nestlé werbe nicht im schulischen Umfeld. „Bildungsangebote“ und Programme des Konzerns an Schulen würden von unabhängigen Partnern organisiert und seien „frei von jeglicher Produkt- oder Markenwerbung“, schrieb Berssenbrügge.