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Faire Waren erobern Ladenregale und Einkaufswagen

Mit Kaffee, Tee und Bananen in sogenannten Dritte-Welt-Läden fing es an – inzwischen haben Waren aus gerechtem Handel auch Supermärkte, Drogeriefilialen und die Gastronomie erobert. 36.000 Läden und mehr als 18.000 Restaurants und Cafés hierzulande bieten nach Angaben des Vereins Transfair mittlerweile Produkte aus dem Fairtrade-Sortiment an. Es reicht von Lebensmitteln über Blumen bis zu Kleidung.

Bonn (afp) – Mit Kaffee, Tee und Bananen in sogenannten Dritte-Welt-Läden fing es an – inzwischen haben Waren aus gerechtem Handel auch Supermärkte, Drogeriefilialen und die Gastronomie erobert. 36.000 Läden und mehr als 18.000 Restaurants und Cafés hierzulande bieten nach Angaben des Vereins Transfair mittlerweile Produkte aus dem Fairtrade-Sortiment an. Es reicht von Lebensmitteln über Blumen bis zu Kleidung.

Was ist fairer Handel?

Beim gerechten Handel geht es vor allem darum, Produzenten und Arbeitern in den Entwicklungsländern faire Preise zu zahlen, die ihre Produktionskosten decken, ihren Lebensunterhalt sichern – und noch Spielraum für Entwicklungsarbeit lassen. Fairtrade-Organisationen wie Gepa, dwp oder El Puente legen außerdem Wert auf langfristige Handelsbeziehungen und unterstützen ihre Partner, indem sie vorfinanzieren und bei Bedarf Kredit geben. Kinderarbeit ist verboten.

Welche gerecht gehandelten Waren werden angeboten?

Kaffee bringt nach wie vor den größten Umsatz. Daneben kann sich der Verbraucher mittlerweile mühelos mit einem ganzen Lebensmittelsortiment von Wein und Reis über Gewürze bis zum Brotaufstrich eindecken. Für den Haushalt gibt es Textilien, Geschirr und Dekoobjekte, für die Freizeit CDs, Fußbälle und Spielzeug. Einzelne Onlineanbieter haben sich auf fair gehandelte Kleidung spezialisiert. Auch Rosen aus fairem Handel gelten als sehr beliebt.

Woran erkenne ich fair gehandelte Produkte?

Hier sollten Verbraucher auf die Gütesiegel achten. Am bekanntesten ist wohl das grün-blaue Fairtrade-Emblem.

Wo kann ich guten Gewissens einkaufen?

Mittlerweile bieten viele Supermarktketten und Drogeriemärkte, aber auch Bioläden und Blumengeschäfte gerecht gehandelte Waren an. Immer eine gute Adresse sind auch die rund 800 Weltläden – und das Internet. Über Adressen für den gerechten Einkauf informiert die Internetseite www.faire-woche.de.

Muss ich bei Fairtrade nicht mehr Geld für weniger Qualität zahlen?

Das weisen die Anbieter vehement zurück. So argumentiert etwa die Gepa, Verbraucher kauften zu einem fairen Preis Spitzenprodukte, bei denen noch dazu „die ökologische und die soziale Qualität stimmen“. Im Vergleich mit anderen Produkten vergleichbarer Qualität seien die Waren nicht teurer und lägen zum Beispiel bei Bioschokolade im unteren bis mittleren Preisfeld.

Sind faire Produkte immer auch Bioprodukte?

Nicht automatisch. Viele Fairtrade-Waren haben aber zusätzlich auch das Biosiegel. Grundsätzlich machen sich die Organisationen für eine ökologisch verträgliche Produktion stark, etwa dürfen bestimmte Pestizide nicht eingesetzt werden.

Und wie klimafreundlich ist das Ganze?

Natürlich kommen die Waren von weit her, und lange Transportwege sind dem Klima nicht gerade zuträglich. Kaffee und Bananen aber müssen immer – ob nun fair gehandelt oder nicht – zum Verbraucher transportiert werden. Einige Organisationen lassen fast die gesamte Ware einschiffen und dann, wo möglich, per Schiene weiterverfrachten. Das ist deutlich klimafreundlicher als der Luftweg und weite Strecken per Lkw.

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